Ein Korallenriff und ein Königspalast

Nachdem wir am Vortag schön am vollen Parkplatz der Hanauma Bay vorbeirollen durften, ham wir uns am letzten Tag auf O’ahu gesagt, heute gehen wir mal früher dahin. Denn laut dem Reiseführer und mehrfach erwähnten guten Hinweisen, sollte man diese Bucht nicht verpassen, weil sie einer der Naturschätze O’ahus sein soll. Ok, also sind wir dieses Mal früher los gefahren und waren vor um 10 Uhr da und haben tatsächlich noch einen der letzten 15 Parkplätze bekommen (Parken $1 pro Auto, Eintritt $7,50 p.P.). Nur so als Tipp: Entweder kommt man wie wir vor um 10 Uhr morgens oder erst ab ca. 14.30 Uhr, denn dann ist es einfach leerer.

Allein der Weg zum Strand ist die $1 Parkgebühr wert. Man blickt nach unten auf eine halbrunde Bucht mit einem schmalen feingelben Sandstrand, vereinzelte Palmen, unterhalb von den grünen Hängen des Kraters, davor das helltürkise glasklare Meer, das die dunklen Korallen klar erkennen lässt, bis zur natürlichen Riffbegrenzung, danach wurde das Meer azurblau mit helltürkisen Stellen und kleineren Wellen – BÄM – Aloha Hawaii! Der Postkartenfotoalarm schreit hier einen förmlich an, man kann sich auch gar nicht satt sehen und geht immer schön die Bucht im Blick den Hügel runter. Hammeraussicht! 

Nachdem wir den Eintritt gezahlt hatten, bekamen wir erst mal eine Infowelle zur Hanauma Bay, denn sie ist ein Naturschutzgebiet. Der verpflichtende Film, den alle Besucher anschauen müssen, erklärt, wie die Bucht einst ein Vulkankrater war, der vom Meer geflutet wurde und so ein natürliches Korallenriff gebildet hat. Viele Freiwillige helfen, dass die Besucher den Naturschutz hier auch ernst, sehr ernst, nehmen und man kann sich auch überall informieren. Das Wichtigste für das Korallenriff ist, dass man nicht drauf tritt oder es sonst wie beschädigt. Die Rettungsschwimmer riefen immer wieder, dass irgendein Schnorcheldepp nicht auf den Korallen laufen soll. 

Wir haben uns erstmal einen Platz an der Sonne gesucht und sind ins kühle Nass. Weit kamen wir ohne Schnorchelausrüstung nicht, weil der Meeresboden sehr felsig und uneben ist, wenn auch das Wasser klar ist. Is aber auch wurscht, weil gleich vorn im flachen Wasser die ersten bunten Fischis zu sehen waren – und Seeigel, die sich in den Felsritzen verstecken. Is halt nicht so toll, wenn man da drauf tritt, weil die kleinen Stachel giftig sein können. Also Augen nach unten und nach oben. Wenn man da so in den seichten Fluten steht, geniesst man dieses Paradies. Einfach herrlich, diese Aussicht nach vorn, nach hinten, links und rechts – und nach unten. Egal, wo ich hingeschaut hab, schwammen hier und da immer mal ein kleiner oder grösserer Schwarm vorbei. So toll.

Lukas war so von dem ersten Eindruck am Ufer begeistert, dass er sich Schnorchelausrüstung geholt hat und bis ins Riff rausgeschwommen ist. Das würde er jedem empfehlen, denn er kam von seinen Schnorchelzügen voll begeistert zurück: Es sei wie in einem Tropenaquarium gewesen, eine bunte Vielfalt von Flora und Fauna. Er konnte die Schönheit gar nicht richtig in Worte fassen. Auch wenn man sich erst mal an den Schnorchel und die Mundatmung gewöhnen muss, meinte er, dass das, was er da gesehen hat, so was hat er noch nie gesehen: einen grossen grellgrünen Fisch mit blauen Flossen und eine Muräne, die weder ihm noch der er vertraute. Es hat ihm echt mega gut gefallen. 

Jeder, der schwimmen kann, konnte sich hier am Strand Schnorchelequipment ausleihen ($20 am Tag plus Pfand). Leider schwammen an unserem Tag sehr viele Touristen im Riff rum, so dass ich für mich entschlossen hab, den Naturschatz vom Strand aus zu geniessen und bewundern. Neben mir waren am Strand nur Kleinkinder, deren Eltern und Omas. Läuft. 

Da das Riff bis recht weit ans Ufer reicht, konnte ma in der Bucht eh nicht gescheit schwimmen. Ich war bis zu den Knien im Wasser und konnte dafür die Fotos von den Fischen machen, die bis an den Strand vorkamen und da war alles dabei: Minifischis mit schwarz-weissen Rückenflossen, dann etwas grössere, silbrig-grau, je nach Sonne, dann flache runde, mit Zebrastreifen, dann wiederum wunderschön bunte, mit blau und gelb, dann noch grössere Brocken in hellgrünblau und silber, oder ein anderer Brocken, der war dunkelrotbraun mit weissen Glubschaugen, andere mittelgrosse Fische waren braun mit weissen Streifen oder mit weissen Punkten. Also selbst vom Strand aus war es eine bunte Vielfalt, auch wenn Lukas bei meinen Fotos meinte, dass er im Riff viel mehr und viel buntere Tiere gesehen hat. 

Für mich brauchte ich das Schwimmen in der Hanauma Bay oder das mich komplett ins kühle Nass stürzen gar nicht. Ich fand es auch so am Strand echt super, ich konnte spazieren, planschen, geniessen. Es war einfach traumhaft schön hier, vor allem, wenn am Nachmittag die Besucher weniger werden. 

Wenn wir nicht im Wasser waren, haben wir uns Farbe von der Sonne geholt, die wunderbar und echt stark strahlte. Trotz guten Eincremen haben wir rote Stellen bekommen …  egal, das wird braun. 

Eigentlich wollten wir noch länger hier bleiben, aber am Abend ging unser Flug nach Maui. Also sind wir nach gut fünf Stunden Strand, Sonne und Aussicht geniessen zurück nach Honolulu, denn ich wollte mir noch ein paar Sachen in Downtown anzuschauen, also eigentlich nur eine Sehenswürdigkeit. Denn mitten im Zentrum von Honolulu steht der Königspalast von König Kalakaua, der sich einfach mal nen Palast gegönnt hat – nen fetten, mit venezianischen Elementen und grossen Fenstern und einem grossen Park aussenrum, der von einem grünen Zaun mit goldenen Spitzen umgeben ist. Es ist der einzige Königspalast in den USA. 

Der einzige Königspalast der USA

Und direkt gegenüber dem Palast steht das etwas kleinere, aber auch prachtvolle Justizgebäude und davor steht der Vorfahre des Königs selbst – König Kamehamea I. in einer traditionellen hawaiianischen Kleidung, mit einem goldenen Umhang aus Federn und Federhelm. König Kamehamea I. hatte es geschafft, alle Könige der Inseln zu vereinen und er war der erste Herrscher über alle 8 hawaiianische Inseln.

Justizgebäude mit König Kamehamea I.

König Kamehamea I. ist der Nationalheld der Hawaiianer, neben dem Duke (der war in den 40ern der hawaiinanische Sunnyboy schlechthin und hat das Surfen wieder in Mode gebracht, den Sport der hawaiianischen Könige, der fast in Vergessenheit geraten war).

Leider hatten wir nicht mehr Zeit in Downtown Honolulu, aber mir haben die leeren Strassen an dem Sonntagnachmittag sehr gut gefallen. Es war Grossstadt-Feeling mit einem Hauch Südsee. Hier mischten sich die moderne, gläsernen Wolkenkratzer mit älteren Steingebäuden aus dem 19. Jahrhundert, die eher tropisches Flair vermittelten. Am Strassenrand wuchsen Palmen und gaben dem Stadtbild den letzten exotischen Touch. Zudem kam die Sonne gar nicht in alle Strassen rein, denn die Hochhäuser verbargen die Strassen in ihren kühlen Schatten.

Downtown
Downtown

Der kurze Abstecher war das perfekte Ende für unsere fünf wunderbaren Tage auf diesem Inselparadies namens O’ahu. Unser Abenteuer ging weiter … auf Maui.

Mahalo O’ahu!

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