Parken in Zürich und seine Tücken

Parken will gelernt sein. Da nicken jetzt bestimmt zustimmend die männlichen Leser, wenn sie daran denken, wie ihre Frauen das letzte Mal eingeparkt haben. Gut, ich muss zugeben, dass ich heute auch so meine Schwierigkeiten hatte, aber dafür brauch ich keine Hilfe, auch angebotene Einparkhilfen lehne ich dankend ab. Ich kann das allein. Spätestens seit ich mit meinem größeren Wagen unterwegs bin und mich trotzdem in allmöglichen Lücken quetsche. In Köln kenne ich da keine Gnade, Parkplatz ist Parkplatz!

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Auch in Zürich herrscht reger Parkplatzmangel, so dass ich hier auch schon im Kreis gefahren und fast verzweifelt bin, bis nach 20 min Rumgeeier sich endlich eine Lücke gezeigt hat. Da is es dann auch egal gewesen, dass ich dafür Geld zahlen oder 10 min nach Hause laufen musste.

Und weil ich hier immer mal wieder mit Parkplatz suche und Parkieren beschäftigt bin, sind mir einige Unterschiede in den Parkplatz-Kategorien aufgefallen, die für manchen Unwissenden teuer werden können.

Es gibt nämlich verschieden farbig markierte Parkplätze…

Gelb markierte Parkplätze

Die gelb umrandeten Parkflächen (s. Foto oben) sind nur für Privat oder Firmen. Die sind speziell angemietet und dürfen nur von dem jeweiligen Besitzer beparkt werden. Falls man sich mal wie ich unschuldig und unwissend auf eine der leeren Parkplätze gestellt hat, geht das nur solange gut, bis der eigentlich berechtigte Parkende ankommt und einen freundlich bittet, doch mal bitte umzuparkieren. Ich glaub, sonst kann der einen abschleppen lassen und das kostet. Die Privatparkplätze sind recht beliebt, weil sie halt eine Parkplatzsuche ersparen. Dafür sind sie aber auch recht teuer: Um die CHF 150 muss man dafür in Zürich blechen. Im Monat….

Blaue Zone

Für die blau markierten Parkplätze, die sogenannte Blaue Zone, braucht man entweder eine Parkkarte oder eine Parkscheibe. Auf der Parkkarte, die so was wie der Anwohnerparkausweis ist, steht eine Postleitzahl, die die Parkzone bestimmt. Ich darf also nur in der Blauen Zone mit der Nummer 8003 kostenlos parken, und nicht in einer der vielen anderen Blauen-Zone-Bereichen.

Parkkarte für das restliche Jahr 2016

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Dort kann ich aber meinen anderen Joker ziehen: Die Parkscheibe. Die berechtigt zum kostenlosen Parken für eine Stunde. Wer also länger als eine Stunde ohne Parkkarte in der Blauen Zone parken will, muss alle Stunde zum Auto rennen und die Parkscheibe umstellen. Mühselig. Und man muss auch noch Glück haben, dass die eifrigen Politessen das nicht mitkriegen, sonst kostet es CHF 40.

Ganz kostenlos ist das Parken für mich als Parkkartenbesitzer auch nicht. Die Parkkarte für die Blaue Zone kostet CHF 300 im Jahr. Ist aber noch günstiger als so mancher Privatparkplatz oder öffentlicher Parkplatz.

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Weiß markierte Parkplätze

Das sind die öffentlichen Parkplätze, auf denen jeder parken darf, aber für die auch jeder bezahlen darf. Jup, die sind gebührenpflichtig. Und in der Stadt Zürich darf man, falls es nicht anders ausgeschildert ist, höchstens zwei Stunden dort auf einem Parkplatz parken. Allerdings haben die Gebühren auch was Humanes: 1 Stunde kostet 50 Rappen bzw. 50 Cent, und somit kommt man höchstens auf CHF 1 oder 1 € für 2 Stunden. Ja, n Schnapper im Gegensatz zu den Parkgebühren in der Kölner Innenstadt (ich sag nur 1 € pro 20 min).

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Falls man also in der blauen Zone mal keinen Parkplatz findet oder kilometerweit laufen möchte, da kann man beruhigt hier parken. Aber am nächsten Morgen heißt es dann umparken.

Denn gebührenpflichtig sind die weiß markierten Parkflächen unter der Woche zwischen 8 und 19 Uhr und am Samstag zwischen 8 und 16 Uhr. Heißt: Nachts oder Samstag ab 16 bis Montag um 8 Uhr kann man hier kostenlos parken. Natürlich kann man nach 19 Uhr auch CHF 1 in die Parkuhr schmeißen, dann wird die Zeit ab 8 Uhr am nächsten Tag berechnet: Der Parkplatz ist also dann bis 9 Uhr bezahlt. Und man braucht fürs Umparken nicht so früh aufstehen.

Aber Parkuhr ist nicht gleich Parkuhr. Es gibt hier ganz normale Parkscheinautomaten oder aber was kompliziertes: eine zentrale Parkuhr, die eben keinen Schein ausspuckt. Alter, hab ich da vor dem Ding gestanden, das so simpel beschrieben ist, dass es eigentlich jeder auf Anhieb verstehen sollte. Ja, ich halt nicht. Nach einer erfolglosen Parkplatzodyssee hab ich einen freien Parkplatz direkt vorm Haus entdeckt, in der weißen Zone. Brav wollte ich bezahlen, aber ich hab vor der Parkuhr gestanden wie n Elch im Supermarkt. Wie funktioniert der Mist?

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Also: Es gibt einige weiße Parkplätze, denen Nummern zugeordnet sind. Diese findet man auf den komischen Parkuhren. Da drückt man dann auf den Knopf unter der Zahl, die dem Parkplatz zugeordnet ist, auf dem man parkt. Daaaannn erst schmeißt man den gewünschten Parktarif ein und daaaaahhhn passiert nichts mehr. Das war’s. Da kommt kein Schein, keine Bestätigung, keine Kennzeichenzuweisung wie es in Holland manchmal der Fall ist. Auch nicht wenn man sich bückt, mehrmals den Knopf vom Parkplatz oder denen von den anderen Parkplätzen drückt. Wenn man das macht, sieht man allenfalls Zahlen, die die verbleibende Parkdauer anzeigen. Ich bin dann verwirrt nach Hause gegangen und mein Freund, der hier kaum Auto fährt, hat mir dann erklärt, wie diese komische Parkuhr funktioniert: Parkplatznummer drücken und Geld einwerfen. Fertig. Ach und sich merken, wie viel man eingeworfen hat, um auszurechnen, bis wann man gelöst hat. OK!

Parkhäuser

Wer jetzt von euch denkt, dass Parken in Parkhäusern eh viel besser, einfacher, unkomplizierter und bewacht ist, der hat da sicher Recht. In der Innenstadt sind Parkhäuser parkzeittechnisch gesehen wirklich pragmatischer. Wer es sich leisten kann, kann da auch gern parken. Meistens sind die ersten 15 oder 30 min kostenlos, aber danach wird es um jede angefangene Stunde teurer: Das kann günstig bei CHF 1, 1,50 losgehen, läppert sich aber bei 4 Stunden mal schön auf CHF 6 bis CHF 17. Natürlich gilt die Devise: Je zentraler das Parkhaus, desto teurer die Tarife.

Das Parken in Zürich und sicher auch in anderen Schweizer Großstädten hat also so seine Tücken. Gut, dass die Parkflächen auch noch farbig markiert sind, damit man von Anfang an, die Unterschiede erkennt, und sich Ärger mit der Politesse erspart, die hier wirklich täglich fleißig kontrollieren.

Also entweder lässt man sein Auto gleich zu Hause oder vor den Toren der Stadt stehen oder aber stellt sich auf ordentlich Parkgebühren ein. Natürlich gibt’s auch günstige Parkplätze, auf denen man ganztags für CHF 7,50 parken kann. Aber die verrat ich den Besuchern dann, wenn sie mal herkommen.

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