Radeln in Zürich

Also wer mich kennt, wird sich jetzt fragen, was da wohl jetzt kommt. Diana und Fahrradfahren, das passt zusammen wie Feuer und Eis, wie Bratwurst und Erbeersauce oder wie Dornröschen und Koffeintabletten.

Ja, ich mag Radfahren nicht. Jedenfalls bis jetzt. Früher auf dem Land waren immer Ausflüge mit dem Fahrrad sehr beliebt. Sehr zu meiner Freude. Nicht. Denn in der Region, in der ich teilweise aufgewachsen bin, ist es seeeehr hügelig und es hat mir selbst mit 18 Gängen nicht so viel Spaß gemacht. Dann während dem Studium habe ich zu weit von der Uni entfernt gewohnt und war Gott sei Dank auf die Straßenbahn angewiesen. In Köln war Radfahren zeitweilen lebensgefährlich, weil Kölner Autofahrer halt fahren. Egal, ob da noch was anderes fährt. Wie ihr merkt, es gab genug Gründe (für manche sind das sicherlich auch Ausreden) eben auf’s Radfahren zu verzichten.

Aber was ist jetzt anders? Öhm, ja. Also erstens sind es sicherlich die örtlichen Begebenheiten. Dabei spielt es sicherlich eine große Rolle, dass Zürich sehr flach ist. Zumindest der größte Teil der Stadt mit den wichtigsten Zielen wie Zentrum, Limmat, See, Einkaufszentrum, Bahnhof, Bars… liegt nicht am Berg. Das andere Wichtige ist, dass Zürich trotz seines Großstadtcharakters nicht sehr groß ist und dadurch die Wege sehr angenehm kurz sind.

Zweitens ist es die Infrastruktur und der Verkehr. Hier gibt es gut ausgebaute Fahrradwege, die fast überall in der Stadt leuchtend gelb markiert sind und den Fahrradfahrern ausreichend Platz bieten. Es gibt gestrichelte Linen auf den Strassen oder Minifahrrad-Symbole mit Pfeilen, wo Radfahrer fahren dürfen. Zudem, finde ich, fahren die Autofahrer hier sehr human (gut, im Gegensatz zu Kölnern fährt jeder human), aber ich habe den Eindruck, dass die hier auf Fahrradfahrer achten. Oder vielleicht fahren die deswegen so human, damit die Radfahrer ihnen keine Beule oder Kratzer an die schicke Kiste machen. Mag alles sein, aber ich find’s gut so, weil ich selbst nicht so die talentierste Radfahrerin bin. Aber ich bin schon besser geworden. 😀

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Und drittens kommen der Zeitfaktor und die damit verbundene Unabhängigkeit dazu. Da wir in Zürich sehr zentral wohnen, brauchen wir keine 15 min mit dem Rad bis ins Zentrum oder an den See. Normalerweise sind wir in 10 min überall in der Stadt. Und mit dem Rad kann man auch direkt bis zum Ziel oder vor die Haustür rollen, während man mit ÖV meistens noch n bissl laufen muss. Heißt, man rollt von Tür zu Tür, ist nicht an die Öffis und damit an Zeiten gebunden, auch wenn das Zürcher Bus- und Bahnnetz sehr gut ausgebaut ist, auch zeitlich. Mit dem Rad ist man halt einfach unabhängig von Zeiten und Haltestelle oder Parkplatz oder Parkplatzsuche.

Das sind so die Hauptgründe, warum ich hier mit Radfahren begonnen hab. Es ist einfach recht pragmatisch und angenehm zugleich. Zumal auch morgens um halb 5 keine Bahnen fahren. Ja, irgendwann schlafen die Trams und Busse in Zürich auch mal.

Die Argumente „Radfahren ist kostenlos“ und „Radfahren hält fit“ sind für mich weniger relevant. Eigentlich gar nicht. Nö, überhaupt nicht. Denn ich hab ne Monatskarte für die Öffis, weil meine Arbeitsstätte am Berg liegt, und da muss ich eh mehrmals die Woche von der Haltestelle rauflaufen….

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Nein, das bin nicht ich da auf’m Rad, könnt ich aber sein 🙂

Wie ihr merkt, ich mag Radfahren immer noch nicht wirklich, aber wir freunden uns langsam an. Ich fahr sogar, wenn die Sonne eben nicht scheint und Regentropfen runterkommen. Und ich muss zugeben, dass dieses Radeln gar nicht so schlimm ist und manchmal auch etwas Spaß macht (ja, ich hab das wirklich geschrieben…). Zumindest hier in Zürich.

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