Triberg und seine Wasserfälle

Ich muss unbedingt noch drei Beiträge über den wunderschönen Schwarzwald loswerden. Da war ich nämlich letzten Winter und habe es irgendwie jetzt erst gebacken bekommen, meine Eindrücke aufzutippen.

Hier ist der erste Beitrag über einen Ausflug zu Kuckucksuhren und Wasserfällen. Von Villingen ging’s über die B33 direkt mitten in den Schwarzwald, vorbei an Hügeln mit hohen, dunkelgrünen Tannen und kleinen Ortschaften, die alle eine oder mehr Kneipen hatten, aber von einer Tankstelle war lange lange keine Spur zu sehen. Je weiter man in das Herz des Schwarzwalds fährt, desto häufiger habe ich diese traditionellen Schwarzwaldhäuser gesehen, deren tief heruntergezogene Dächer auf der langen Seite mindestens die Häflte, wenn nicht sogar zwei Drittel, vom Haus ausmachen. Und auf der Stirnseite des Hauses sind so kleine Kurzdächer Laut Internet soll das tiefe Dach vor Witterungsverhältnissen schützen und Schatten spenden. Dazu kommt noch, dass viel Holz verbaut wird: entweder als Schindeln, als Holzbalkone und/oder Holzplatten, die direkt unter dem Dach an die Hauswand getackert wurden. Das sieht man öfter im Süden so, ihr kennt das sicher auch von Bauernhäusern aus Bayern oder Tirol….

Schwarzwaldhaus

Als ich weiter fuhr, wurden die Ortschaften kleiner, manchmal waren es nur kleine Siedlungen an der Hauptstraße, manchmal verteilten sich die Häuser etwas verstreut um die Durchfahrtsstraße. Kurz vor Nußbach ging es eine sehr kurvenreiche Straße in ein steiles Tal, in das kaum die Sonne kaum scheinen konnte, weil es die dicht besiedelten Tannenhänge es kaum zuließen. Aber diese Abfahrt war wunderschön, fast wie in eine verwunschene Märchenwelt, die hinter den sieben Bergen wartete, in einem versunkenen Tal. Denn Nußbaum ist auch nur ein kleines Örtchen, dessen enge Straßen sich um den Kirchturm schlängelten, der in dem dunklen Tal herausragte.

Mein erstes Ziel war Triberg. Wie ich gelesen hatte, wurde der Ort nach einem Rittergeschlecht aus dem 13. Jahrhundert benannt, das dort seine Burg gebaut hatte. Aber davon gibt es nur noch bemooste Überreste, die man ohne Hinweisschild nicht entdecken würde. Also ich fuhr direkt nach Triberg rein, aber es schien auf den ersten Blick nicht wirklich viel herzugeben: Es ist kleiner Ort mit verblasste nHäuser, die weder Fachwerk noch etwas Gemütliches oder Einladendes haben und die sich an der bergigen, geraden Hauptstraße eng aneinander reihen.

Triberg Zentrum

Zum Parken bin ich einfach den überdimensonalen Schildern gefolgt, die in ein Parkhaus führten. Wer nach einem der wenigen gratis Parkplätzen sucht, der sollte in den paar Straßen um das Zentrum herumschauen. Aber Achtung: Triberg liegt in einem steilen Tal. Es ist hier zuweilen schon sehr bergig. Daher überlegt euch das noch mal mit dem Wasserfallparkhaus (1-1,50€ pro Stunde) oder dem Parkhaus am Museum. Ich hab es nämlich ausprobiert: Als ich den Berg halb runtergelaufen war, bin ich noch mal umgekehrt, weil ich danach nicht wieder rauf laufen wollte. 😉

Gut, kaum war ich aus dem Parkhaus draußen, war ich auch schon auf der Hauptstraße und sah schon die ersten reichlich bunt bemalten oder mit Holz und/oder Kuckucksuhren geschmückten Läden, die Touristen allerlei Klimmblimm, aber vor allem Kuckucksuhren, andrehen wollten. Es gibt sogar einen Laden der angeblich 1000 Kuckucksuhren. OK…

Triberg

Läden in Triberg

Ich hab die Läden im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen und bin dem Rauschen der Wasserfälle nach. Das liegt daran, dass die Fälle direkt oberhalb der Stadt durch die Felsen gen Tal rauschen. Am oberen Ende der Hauptstraße ist der Haupteingang zu Deutschlands höchsten Wasserfällen (200m).

Triberger Wasserfälle

Als ich dort war, war leider nur der untere Wasserfall begehbar, weil hier gerade alles für ein Lichterfest aufgebaut wurde. Trotzdem war schon der untere Wasserfall sehr beeindruckend. Zu dem oberen Wasserfall gibt es einen anstrengenden Aufstieg, aber der Ausblick soll sich auf jeden Fall lohnen. Im Sommer stell ich mir das hier richtig romantisch vor, mit grünen Bäumen, den Sonnestrahlen, die durch die dichten Zweige scheinen und kleine Regenbögen über das Wasser zaubern (wenn man sich nicht von den zig Touristen stören lässt). Ich find so einen Wasserfall immer irgendwie beruhigend, trotz des tosenden Donners. Vielleicht weil das Rauschen mich immer so ans Meer erinnert… ich weiß es nicht. Ich könnte da stundenlang zugucken.

evangelische Kirche in Triberg

Nach etwas Rauschgenießen bin ich einen Seitenweg zurück in die Stadt, vorbei an einer wunderschönen evanglischen Kirche aus gelben Backsteinen mit roten Verzierungen, gegenüber von einem Café, das fette Schwarzwälder Kirschtorten anbot. Ein Stückchen weiter führte eine Gasse vorbei am Kurzhaus mitten ins Herz von Triberg. Hier, in den schmalen Straßen, zeigte sich der wahre Zauber der Stadt, mit seinen Fachwerkhäusern, den Überresten der Burg, mit Villen im Jugendstil (in einem ist die Polizeistation), mit der rosa gehaltenen katholischen Kirche, einem Parkhotel im klassizistischen Stil am hoteleigenem Park, der von einem prunkvollen gusseisernen Tor verschlossen wurde.

Triberg Zentrum

Triberg Zentrum

Triberg Zentrum

Weil ich noch Zeit hatte, bin ich spontan ins Schwarzwaldmuseum (Eintritt 6€) gegangen. Eigentlich hatte ich ein kleines Heimatmuseum erwartet, aber ich war wirklich positiv überrascht von der sehr großen, liebevoll gestalteten Ausstellung, die sich über mehrere Etagen und Winkel verteilte. Um 1900 hatte ein Ehepaar angefangen, alles über die Schwarzwaldregion zusammenzutragen: Angfangen von Trachten und Glas über Bauern- und Arbeiterleben, Strohflechtkunst, Holzschnitzerei, Eisenbahnsachen, Mineralienstollen (die sogar im Dunkeln leuchten) bis hin zu – genau – Kuckucksuhren. Alter, ham die Kuckucksuhren gesammelt! Einen großen Raum voll davon: vom 1700 Jahrhundert bis heute, in allen Größen, Formen und Farben. Da hat es nur getickt und gekuckuckt. War schon beeindruckend.

leuchtende Mineralien im Schwarzwaldmuseum Triberg

Geflasht bin ich wieder zum Auto und wollte danach eigentlich noch nach Gremmelsbach… was ich da erlebt habe, lest ihr hier.

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3 Antworten zu “Triberg und seine Wasserfälle

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