Turn Your Radio On…

…trällerten damals in den 90ern die Shakespeare Sisters. Und in welchem Land (ok, ok Kontinent) lohnt es sich mehr, das Radio einzuschalten, als in Amerika: Der Wiege des Kings und des Rocks mit grandiosen Bands wie Queens of the Stone Age, den Ramones, Nirvana, den Foo Fighters, Metallica, R.E.M, aber auch Katrina and the Waves, den Bangles, den Beach Boys und den Supremes.

Nichts macht mehr Spaß als in Kalifornien an der Küste auf dem Highway 1 entlang zu fahren und den Tuner millimeter artig hin und her zu drehen und dadurch diverse Radiosender einzufangen. Außerdem macht es auch deswegen Spaß, weil man damit dem Fahrer auf die Nerven gehen kann. Hihi! Und während man so durch die Frequenzen scrollt, fängt man sich zig Sender mit kryptischen Abkürzungen ein. Meistens hatten die was mit der Frequenz des jeweiligen Senders zu tun. Aber vielleicht kam mir das auch einfach nur so vor, weil die Abkürzungen für mich gar keinen Sinn gemacht haben. Das wird dem amerikanischen Touristen in Deutschland auch so gehen: SWR 3, 1Live, FFH,… Meine Lieblingsabkürzung unter den amerikanischen Radiosendern war KLOS (in Kalifornien). Aber die haben echt wahnsinnig granatengeile Rock Classics gespielt, also alles, was die Rockgeschichte so hergibt. So sind wir in der Dämmerung auf dem Freeway gen LA Downtown gerauscht und haben zu Nirvanas „Come As You Are“ oder Queens „Bohemian Rapsody“ gerockt. Woooohooo!

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Aber in Kalifornien gab es noch andere Sender: Welche, die die Charts als „Adult Contemporary Songs“ (dt. „zeitgenössische Erwachsenenmusik“) hoch und runter gespielt haben, und andere, die Black Music und Hip Hop vom Feinsten im Programm hatten. Letztere Musiksender hat meinen Freund begeistert, so dass er mal schön das Radio und mal ganz lässig das Fahrerfenster runtergelassen hat. Und nicht zu vergessen: Die Country-Sender. Jup, die waren neben den Charts-Sendern gefühlt am stärksten vertreten. Alter, Falter, ich hab selten so viel Country auf einem Haufen gehört. Und alle singen irgendwie von Liebe und das in alle Facetten. Mein Favorit war „Sangria“… Ja, genau, das ist ein Country-Song, sehr erfolgreich sogar und er hat natürlich nur mit Liebe zu tun, im weitesten Sinne… naja, googlet mal nach dem Refrain „Your Lips Taste Like Sangria“, dann wisst ihr, um was es da so geht. Das Video ist auch sehr ..ähm, tja, vielversprechend?! Egal, ich konnte nach zweimal Zuhören das Lied mitsingen, sehr zur Freunde von meinem Freund, der dann mal prophylaktisch jeden Country-Kanal weggedrückt hat.

Solange man in der Stadt oder am Highway 1 entlang fährt, kriegt man genügend Sender rein und man kann sich nur schwer entscheiden. Oder aber man hat genügend Auswahl, falls man mal wieder auf einen Country-Sender stößt. Doch je mehr man in das kalifornische Landesinnere, also in Richtung Osten und Nationalparks oder noch weiter in der Wüste gen Nevada düst, desto kleiner wird die vorher so vielfältige Auswahl. Auf den Straßen um den Yosemite Nationalpark haben wir hauptsächlich Country-Music empfangen. Da wurde dann solange weiter gesucht, bis man einen einigermaßen wenig rauschenden Pop-Sender gefunden hatte… Auf den Serpentinen in den Sequoia Nationalpark haben wir am besten einen HipHop-Sender reingekriegt. Ab und zu gab es, je nach Höhenlage, noch einen Rock-Sender, den ich dann immer aufgedreht habe.

Und das Witzige war: Während mein Freund ziemlich textsicher die alten HipHop-Klassiker mitgrölen konnte, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte, konnte ich lautstark mitsingen, wenn ich rein zufällig auf den Rock-Sender gekommen bin. Dann hat mein Freund mich anguckt wie ein Auto, weil er die Lieder nicht kannte. Lief also ganz gut.

Als wir aber dann mitten in der Wüste im Stau standen, hatten wir die glorreiche Auswahl zwischen ganzen VIER Kanälen… von denen drei rauschten wie die Hölle. Es wurde der Rocksender „Highway Rock“, der echt gute Klassiker gespielt hat – und uns alle halbe Stunde daran erinnert hat, dass wir auf einer Strecke von 16 Meilen ohne Ausfahrt in der brennenden Wüstensonne feststecken…

Also falls ihr mal ein Auto mietet oder sonst irgendwie in die Nähe eines Radios kommt, dann scrollt euch durch die amerikanische Radiolandschaft… Ein Träumchen!

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