Berlin

Berlin – Bundeshauptstadt, Weltmetropole, beliebte Filmlocation und Touri-Magnet. Das dicke B an der Spree zeigt an einem hitzigen Sommertag seine besonderen Sonnenseiten, die mehr Urlaubsfeeling versprühen als man anfangs dachte.

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Nach über eineinhalb Jahren war es mal wieder Zeit für einen Besuch in Bärlin, dieses Mal mit einer Freundin. Deutschlands Hauptstadt hat sich uns von seiner schönsten Seite gezeigt, im Sommer, bei strahlendem Sonnenschein, mit stahlblauem Himmel und grünen Alleen –  und an die 35 Grad Außentemperatur.

Nach unserer Ankunft in Tegel war also Schwitzen angesagt, und das bei gefühlt jeder Bewegung, inkl. ruhigem Sitzen während der S-Bahn-Fahrt. Was macht man, wenn es in der großen Stadt einfach nur heiß ist und jegliches Touri-Programm zu einer Tortur wird? Richtig – alles ganz easy und ruhig angehen. Dieses Mal habe ich Berlin von einer echt entspannten und kulinarischen Seite kennengelernt. Es gibt ja unzählige Möglichkeiten, in der Hauptstadt, selbst in jedem Stadtteil, ruhige Ecken und Gaumenfreuden zu entdecken. Von der einfachen Imbissbude nahe einem Park bis hin zum Nobelrestaurant am Potsdamer Platz. Ihr könnt euch selbst ein Bild davon machen, egal in welchem Stadtteil ihr seid. Weil das den Rahmen sprengen würde und wahrscheinlich auch eher langweilig wird, wenn ich in Hobbit-Manier sämliche Mahlzeiten akribisch beschreibe, erzähle ich euch hier über meinen Tag in Berlin, von morgens bis abends.

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Als wir angekommen sind, wurden meine Freundin und ich von einem jungen Taxifahrer freundlich in Empfang genommen. Sobald wir ihm unsere Hoteladresse nannten, fuhr der junge Mann los und fragte uns ganz unschuldig an der ersten Ampel, ob es uns etwas ausmachen würde, wenn er etwas schneller als die Norm fährt. Wir so, na solange wir heil ankommen… Gut, was macht der Junge? Gibt innerorts auf einer zweispurigen Straße mal ordentlich Gas mit seinem dicken Benz… aber so, dass die Baustelle, die gerade eben noch 2 km weit weg war, innerhalb von 10 Sekunden auf mich zurast. Ach ja, ich saß vorne. Nachdem mein Herzrasen sich wieder etwas verlangsamt hat, hab ich gefragt, ob es nicht doch etwas langsamer geht. Daraufhin hat der Typ sich entschuldigt, er wollte uns nur mal zeigen, wie Berliner so fahren. Ach, nee. Dann hat er geschmollt.

Also falls euch der Taxifahrer fragt, ob er etwas schneller fahren darf, überlegt es euch gut. SEHR gut! Ich mach das bestimmt nie wieder!

Das Sana Berlin Hotel liegt in Charlottenburg einer Kreuzung zweier viel befahrener Straßen, aber durch die gut isolierten Fenster hat man keinen Pieps von draußen mitgekriegt. An sich ist das Hotel einfach nur absolut top: sehr modern in klaren Linien und den Farben dunkelgrau, beige, weiß eingerichtet. die Zimmer mit eigenem Marmorbad, TV und Klimaanlage sind hell, geräumig und sauber. Aber die großen Betten sind ein Traum, sehr bequem. Da fällt man einfach in ein Meer von Kissen, die man sowieso nicht alle braucht, und schläft kuschlig schön ein. Aber bis es soweit war, dauerte es ja noch.

Vom Hotel aus ging’s mit der nächstgelegenen U-Bahn in Richtung Osten, zum Ostbahnhof. Wenn man in so einem schwitzigen Sommer mit den öffentlichen Fährt und man eh vor lauter Hitze nicht so viel redet, fallen einem die Unmengen von Touristen auf, die sich in der Hauptstadt tümmeln – Familien, Schulklassen, Reisebusse… Und man erkennt sie alle an den typischen Touri-Klamotten: Sandalen/ Flipflops oder bunte Stoffschuhe, Shorts, bunte Shirts, Rucksäcke und zig Shoppingtüten wie die mit dem Ampelmännchen drauf. Ja, ok, wir waren ja in dem Moment auch irgendwie Touris. Nur hoffe ich, dass wir nicht so aufgefallen sind…

Aber das Schönste am U-Bahn Fahren der Linie 12 ist, wenn man aus den dunklen Röhren unter dem Boden ans Licht kommt und die Bahn auf gußeisernen Stahlträgern über die mit hupenden Auto gefüllten Straßen Berlins getragen wird. Die einzelnen Stationen gleichen kleinen oberirdischen Bahnhöfen aus dem vorletzten Jahrhundert und verleihen der U-Bahn etwas Pariser Metro-Charme. Fährt die Bahn  auf den hohen Trassen weiter, zieht man vorbei an dem bunten Treiben in den kleinen Straßencafés, die sich unter einem auf den Bordsteinen drängen, an den schmalen Balkonen, wo sich die Gartenmöbel neben dem Wäscheständer tümmeln, oder an grünen Dachterrassen der Altbauten, Häuser so hoch, dass sie mit ihren geschwungenen Gipfeln aus der Jugendstilepoche sogar noch die U-Bahn übertrumpfen. Dabei stehen die Altbauten fast so nah an den Gleisen, das man fast in die Wohnungen der Familien und Studenten blicken kann.

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Für mich ist das Tollste, wenn man über die Oberbaumbrücke fährt: Die U-Bahn verlässt die buschigen Alleen und schattigen Seiten der Altbauten und schwebt, ok, rattert im strahlende Sonnenlicht über die rote Ziegelsteinbrücke, deren spitze Rundtürme orangerot leuchten. Schaut man nach links erkennt man von weitem die Silhouette des Fernsehturms, dessen Spitze aus den anderen Hochhäusern unverkennbar heraussticht. Unter der Brücke glitzert die Spree in einem sanften Dunkelblau. Gleichzeitig muss man aber auch nach rechts blicken, weil man hier die sogenannten Molecule Men sieht, die in der Spree seit 1999 stehen. Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man dahinter die Bäume des Plänterwalds über denen noch das Riesenrad ragt. Der Plänterwald ist ein still gelegter Freizeitpark aus DDR-Zeiten, in dem seit Jahren alle Fahrgeschäfte vor sich dahin vegetieren und vergammeln. Dadurch bekommt der Plänterwald besonderen Grusel-Charme und Berlin eine neue Touri-Attraktion. Aber die Fahrt über die Oberbaumbrücke entlockt einem schon das erste Berlin-Feeling.

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Am Ostbahnhof haben wir uns mit meiner Berliner Freundin getroffen, die ich schon seit Jahren kenne und besuche. Von dort aus ging es schwitzend in eine Strandbar namens Yaam, die meine Berliner Freundin kurz vorher ergooglet hatte. Also sie dachte, es wäre eine Strandbar, wo man sich in Sand an die Spree setzen kann. Aber als wir da ankamen, betraten wir ein eher unebenes Gelände mit eine paar Wellblech- und Pappbuden, die angeblich frisch gekochte Snacks verkauften und eher an einen Imbiss auf Jamaika erinnerten als an eine Curry-Wurst-Bude. Dazwischen standen verramschte Bierbänke, deren Farbe sich abblätterte, und ein Trampelpfad führte an bunt besprühten Sperrholzwänden vorbei an einer anderen Wackelbude und dubiosen Obststand und „Strandladen“. Wir sind den handgemalten Schildern zur „Beach Bar“ gefolgt und waren skeptisch, ob es diese hier wohl geben wird. Es ging weiter über einen ausgetretenen Trampelpfad und Stock und Stein unter den tief hängenden grünen Zweigen vorbei zu einer Strandecke oberhalb der Spree. Hier war es wirklich schön und hatte was von Karibik-Flair. Die „Bar“ war nicht mehr als eine große, zusammengebretterte Holzbude mit englisch sprachigem Personal und auf dem aufgeschütteten Sand standen neben zahlreichen Bierbänken und Ping-Pong-Tischen viele bunte, durchgesessene Liegestühle. Sobald wir ein paar freie Liegestühle gefunden hatten, haben wir sie uns geschnappt und in den Schatten der großen Birke gezogen, die mit bunten Wimpeln geschmückt war. Denn nur im Schatten war die Hitze erträglich. Die Füße wurden in den kühlen Sand gesteckt und dann stand der allgemeine Mädelsaustausch auf dem Programm. Nebenbei waren wir nicht nur von der herrlichen Aussicht auf die in der Sonne glitzernden Spree vor uns abgelenkt, sondern auch, oder wohl viel eher, von den leichten Rauchwolken, die immer wieder an uns vorbei zogen. Da bekam der Begriff „Grüne Lunge“ mal eine ganz neue Bedeutung. Und unser Karibik-Feeling stieg.

Doch dann war es Zeit zum Umsatteln und wir verließen schweren Herzens Klein-Jamaica. Ja, ok, nicht ganz schweren Herzens, wohl eher mit etwas Erleichterung, weil uns der Laden doch irgendwie etwas dubios vorkam. Ich hab mich auch ein bisschen sehr an die Christiana in Kopenhagen erinnert gefühlt. In der autarken Kommune gibt es auch viele selbst gebretterte Hütten, kleine bunte Imbissbuden und ganz viel Grünzeug. Nur nicht so viel Jamaica – Feeling.

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Wir sind dann an der East Side Gallery, ein Stück Berliner Mauer mit verschiedenen Gaffitis dekoriert – beidseitig, entlang geschlendert, und dann direkt die Spree. Hier kann man sich unter den kleinen Bäumen und Büschen direkt auf die Quaimauer setzen und seine Füße über dem Fluss baumeln lassen. Es gibt auch hier nur kleine Trampelpfade, die zum Uferrand führen, dafür ist es aber wirklich ruhig. Und wenn man so seine Füße baumeln lässt, kann man ganz entspannt das andere Ufer mit seinen gefüllten Clubs und Strandbars beobachten. Die Sonne tauchte alles in einen goldenen Schimmer, so dass die alten Industriehallen etwas Romantisches haben. Schlager und Electropop-Klänge schallten von der anderen Seite zu uns rüber, und wir haben uns gefragt, wie man sich solche Musik antun kann. Gelegentlich durchkreuzten verschiedene Ausflugsboote unseren Sommerausblick auf Berlins chillige Seite: Vom kleinen Zwei-Mann-Kanu, über das DLRG-Boot hin zu diversen Kaffeedampfern, auf dessen Relingen sich die Besucher oder Feierabendgenießer tummelten. Das Gute an diesen Vorbeizüglerbooten waren die Wellen, die in Richtung Ufer schwappten. Die Mädels und ich setzten uns etwas schräger ans Ufer, um wenigstens mit der einen Fußspitze ins kühle Nass der Spree zu kommen. Ja, das war schon etwas akrobatisch, aber es hat was gebracht, wenn die Bugwellen zu uns kamen. Keine Ahnung, was so alles in der Spree rumkreucht und fleucht, aber das Wasser ist bei 30 Grad im Schatten einfach nur herrlich. Außerdem waren wir nach fünf Minuten eh wieder trocken und die Füße noch dran.

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Nach ein paar kühlenden Wellen zeigte sich dann doch der erste richtige Hunger des Tages und wir schmolzen weiter in Richtung Kreuzberg. Natürlich ging es vorbei an der restlichen East-Side-Gallery, die mal wieder nur so von Touris mit Selfie-Sticks wimmelte, über die wunderschöne Oberbaumbrücke und glitzernde Spree, hin zu den schattigen Straßen von Kreuzberg. Ich find’s immer wieder toll, wenn man unter den gußeiseren Trassen der Hoch-Bahn, ok, U-Bahn, über die Straßen geht und sich mitten in dasno bunte Gewusel von Verkehr, Hipster-Fußgängern, Straßencafés und Straßenmusikern wirft. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll, weil überall leckere Düfte und gemütliche Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen, man überall leicht entspannte Menschen in alternativen Klamotten und, ja, auch mit Jute-Beutel sieht und die Straßenmusiker zum Mitwippen im Takt ermuntern. Das ist der Sommer in Berlin. 
Wir haben uns schließlich und nach langem Hin und Her für ein Pub namens Zur Fetten Ecke entschieden. Draußen stehen einfache Retroplastikstühle,  Holzbänken und blank gescheuerte Tische. Wenn man rein geht, um an der Theke zu bestellen, tritt man in eine Art antiken Ramschladen mit Polster- und Ledermöbeln in verschiedensten Formen und Farben, alten Couchtischen aus verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Alles natürlich im schön dunklen Grunge-Look, heißt die Wände waren mit zig Postern zugekleistert und Schriftzügen beschmiert. Darüber hingen altbackene Leuchter, die garantiert alle älter waren als ich. Die Theke war eine einfache Holztheke in Eiche rustikal mit einer hohen Spiegelglaswand mit zig Likörchen und Schnäpschen. Auch der Gang zum Klo erinnert eher an einen abgerantzen Punkclub als ein typisches Kneipenklo. Aber ich fands sehr sehr cool. Vor allem weil The Clash aus den Boxen dröhnte!  Meine Freundin meinte, dass sei grad so der Trend in Berlin: abgeranzter Punklook in Omas Wohnzimmer.

Litfasssäule

Frisch versorgt mit einem kleinen Radler (0,5l) haben wir nicht nur gequasselt, sondern auch die Passanten beobachtet. Es lief alles mögliche in legeren Sommerklamotten vorbei: Studenten, die den modisch 90ern entsprungen waren und englisch oder französisch redeten, selbstbewusste Mädels in Kleidchen und ohne BH, junge Pärchen, Schwangere mit Kinderwagen, Punker und Girlies mit Hunden, ein älterer Rocker mit langem grauen Haar und Stachelhalskette, der in Birkenstock und Shorts die Mülltonne rein holte. Auffällig war, dass hier jeder seinen eigenen Stil trug, nix mit Schickimicki, einfach eher Wohlfühlcharakter. So war dieses Schau-Laufen eher ein Stück Berlin(er) gucken. Natürlich schön vor der Kulisse von Berliner Altbauten an einer viel befahrenen Straße, Litfaßsäule und einem Industriegebäude aus roten Ziegelsteinen hinter einer unbebauten Wiese neben einer geweißelten Wand mit Riesengraffiti.

Danach wollten wir eigentlich lecker Burger essen gehen. Ja, schon wieder, auch wenn ich „erst“ eine Woche vorher einen sehr fetten frisch gegrillten Burger in Maastricht genossen habe. Man kann ja nie genug davon kriegen, oder? Jedenfalls sind wir weiter nach Treptow gelaufen, was ja wirklich nur einen Katzensprung von Kreuzberg weg ist. Eine kleine Brücke führt über den Landwehrkanal, einem Seitenarm der Spree, in den sich auch Ausflugsboote trauen. Auf der Spreeseite ist eine Schleuse, auf der anderen Seite fließt das blaue Seitenflüsschen an den dunkelgrünen alten Bäumen des Görlitzer Parks vorbei (äh, in den Park würde ich nur tagsüber mal durchlaufen, weil da nachts wohl ein paar nicht so prickelnde Geschäfte gemacht werden).

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Gegenüber vom Görlitzer Park erstreckt sich wieder ein altes Industriegelände mit Ziegelsteinmauern, Schornsteinen und alten Industrielampen, die an dünnen Leitungen über der Straße baumeln. Hier findet ihr diverse Lokale zum Schlemmen und Entspannen. Wir wollten eigentlich im White Trash Fast Food Burger im romantisch verschrammelten, grün bepflanzten Biergarten essen, aber das war so voll, dass sich die Wartezeit nicht mit dem knurrenden Magen vereinen ließ. Im Badeschiff, einer Strandbar mit Badeinseln und Blick auf die Spree und Skyline von Berlin, war leider eine geschlossene Gesellschaft. Dödöm. Also sind wir wieder zurück und haben uns in einem anderen „Burgerladen“ an den Straßentischen (ok, Bierbänken) niedergelassen. Der Laden hieß Dudes Delikatessen und hier gab’s sehr sehr leckere Burger mit pulled pork! Jap, genauso wie in Las Vegas. Das Menu ist sehr übersichtlich, die Chefin spricht Englisch und die Waschbecken im Klo sind alte Metallwaschschüsseln. Noch ein Tipp: Wer nichts Scharfes verträgt, sollte die Finger von den Roasted Potatoes lassen. Die kleinen halbierten Erdäpfel schwimmen in einer leckeren Chilisauce.

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Nachdem wir uns gestärkt hatten (und unsere Zungen wieder spürten), ging es für meine Freundin und mich noch zum Alex in einen Club mit dem verlockenden Namen House of Weekend. (Keine Ahnung, was das mit Wochenende zu tun hatte, vielleicht weil der Club nur am Wochenende offen ist?!) Das mittelgroße Hochhaus wirkt auf den ersten Blick, ehrlich gesagt, wenig beeindruckend, hat eher wie ein DDR-Plattenbau. Auch der Flur und der Aufzug hat wenig Einladendes. Einmal ganz oben angekommen, geht man erst mal durch einen recht leer erscheinenden Club, mit kleiner Tanzfläche und rechteckiger Theke mitten im Raum. Recht davon vorbei geht es über vier steile Betontreppen vorbei an aufregender Wanddekoration (guckt euch ruhig mal die Bilder an, die da so hängen…) auf die Dachterrasse, die mit Glasfronten geschützt ist. Aber kaum ist man da oben, hat man einen atemberaubenden Blick über ganz Berlin: Man sieht nicht nur den Alexander Platz unter sich, mit Weltzeituhr und dem Roten Rathaus, man erkennt das Brandenburger Tor, den Bundestag, die Siegessäule, das Sony Center… Man ist erst mal so geflasht von der Aussicht, dass man ganz überrascht ist, wenn man von der eifrigen Kellnerin angesprochen wird. Aber das Atemberaubendste da oben auf dem Dach des „House of Weekends“ ist, den Sonnenuntergang über den Dächern Berlins zu beobachten und dann zu sehen, wie langsam die Lichter der Stadt zu leuchten beginnen.

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Und je dunkler es wird, desto voller wurde es auf der Dachterrasse und desto mehr schick gekleidete Leutchen oder Touris tummeln sich vor den Fenstern, um den Ausblick zu genießen. Oder ganz oft ein Foto vor der Nachtkulisse machen zu lassen, ganz egal, ob man da selbst auf den bequemen Rattansesseln sitzt. Das kann ganz schön nervig werden, wenn sich die Möchtegernschickeria und locker lässigen Touris da oben tummeln. Berliner an sich findet man da oben nur unter dem Service-Personal, nicht unter den Gästen. Also wer lieber das Berliner Nachtleben genießen will, sollte wohl eher in Kreuzberg oder Treptow bleiben. Nachdem wir genug Cocktails getrunken und genügend fremde Leutchen Fotos von uns im Hintergrund gemacht haben, sind wir dann wieder zurück ins Hotel gefahren, um uns gemütlich auszuschlafen. Das Sana Hotel hat echt hammergeile Betten und es ist sehr ruhig in den Zimmern, erst recht, wenn man ein Zimmer zur Hofseite hat.

Am nächsten Morgen haben meine Freundin und ich uns noch ein Frühstückchen vor dem Rückflug gegönnt. Das Sana Hotel bietet ein umfangreiches Frühstück an, das man beim Einchecken nach Bedarf gegen Gebühr nachbuchen kann – also wer will. Denn nur wenige Straßen weiter bietet Charlottenburg eine Reihe von Straßencafés, die ebenfalls ein gutes Frühstück anbieten. Wir haben uns ein kleines französisches Café mit insgesamt fünf Tischen (zwei drinnen, drei draußen) entschieden. Im La petite France gibt es frische, französische Gebäckleckereien, mit Liebe zubereitete Kaffeespezialitäten, frisch gepressten O-Saft und einige Kaltgetränke. Dazu lässt sich der Besitzer nicht aus der Ruhe bringen und trällert zu La Bohème mit, deren Lieder im Hintergrund aus einem ipod laufen. Auf den Tischen stehen kleine Blümchen, in dem kleinen Fenster gibt es einen Balkonkasten, auf den Tischen liegen tagesaktuelle Klatschblätter. Kurz: Hier frühstückt man wie in Frankreich und die Zeit bleibt einen kleinen Moment stehen. Es duftet nach frisch geröstetem Kaffee und fruchtigem Orangen. Die Croissants knuspern wie in Paris und man will am liebsten einfach ewig sitzen blieben. Auch wenn draußen bei 10 Uhr schon die Sonne die Schweißperlen auf die Stirn treibt… was macht man nicht alles mit, um etwas zu entspannen.

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Aber leider half alles nichts, denn wir mussten nach unserem Kurztrip nach Paris wieder zurück in die Heimat. Also schön mit dem Taxi zum Flughafen, bei 35 Grad im Schatten. Ihr könnt euch vorstellen, wie das war, am Taxistand des Flughafens auszusteigen…Richtig: Man läuft wie gegen eine Wand. Und schwitzt nur beim Atmen. Da freut man sich schon langsam wieder auf die Eisklima in der Flugkabine.

Berlin, es war kurz, aber auch sehr schön mit dir. Ich hab dich selten von einer so sonnigen und schwitzigen Seite kennengelernt, aber es war mir wie immer ein Fest. Ich komme bestimmt wieder, ne, Schneewante?!

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