Zone 1, 2, 3?

… oder Boarding mit Delta Airlines. Gestern ging es los: Unsere grosse Reise auf die andere Seite der Weltkugel. Aufgeregt ging es zum Flughafen, wir konnten glücklicherweise unsere Sitzplätze von mittig in der 4er-Reihe gegen zwei am Fenster tauschen, dann ging es ohne Probleme zum Gate. Von der Dame am Check-In wussten wir schon, dass der Flieger nicht so voll wird, daher waren die Sitze um den Gate E27 gut, aber nicht voll besetzt. 

Was mich aber wunderte, war die Flut an Personal, die an unserem Gate wartete. Ich muss das kurz erläutern, denn sonst versteht man das, was dann folgte, nicht. Also: Der Schalter war mit drei Servicemitarbeitern besetzt. Links und rechts davon gab es jeweils einen Boarding-Eingang: Rechts für die Sky Priority-Gäste mit rotem Schildchen und rotem Teppich. Links für die Normalos, die halt kein Priority-Boarding gebucht haben, ohne den schicken, roten Teppich. Nochmal links von diesem Normalo-Eingang waren schwarze Trennwände aufgestellt, so wie man sie manchmal vom Zoll kennt. Nur hier wurde das Handgepäck am Gate nochmals gecheckt. Wer sich jetzt etwas wundert: Jap, die Sicherheitskontrolle schon vorbei. An jedem der Boarding-Eingänge standen jeweils zwei weitere Servicemitarbeiter, vor der Gepäckkontrolle warteten nochmals drei Mitarbeiter. Also insgesamt 10 Mann, normal sind es ein bis zwei.

Ok, gut, das war schon mal ein ungewohnter Anblick. Interessant wurde es, als das Boarding ca. 1 Stunde vor Abflug begann. Leider machte der Glas-Beton-Bau, in dem sich Gate E27 befindet, jegliche Ansage etwas schwer verständlich – in Englisch wie Deutsch. Aber anscheinend gab es immer noch Fluggäste ohne zugewiesenen Sitzplatz. Ok…

Als schliesslich der Start des Boardings ausgerufen wurde, scharrten sich die Passagiere langsam vor dem normalen und dem Priority-Eingang. Einige Gäste von beiden Seiten wurden dann immer wieder zur zweiten Handgepäckkontrolle gebeten, wo sie wiederum anstehen mussten, um irgendwann hinter dem schwarzen Sichtschutz zu verschwinden. Nun gut, wir haben uns am normalen Boarding angestellt, so wie immer, und gewartet…. 

Es wurden erst die Priority-Gäste ausgerufen, und dann die normalen Gäste nach den Zonen, die auf ihrer Bordkarte standen. Zone 1, 2, 3 oder 4. So wie wir das mitbekommen haben, waren die Zonen eben nicht nach Sitzreihen sortiert, sondern irgendwie querbeet. Manche Normalos stellten sich am Priority-Eingang an und durften durch, andere wurden zu uns an den Eingang geschickt und dort wurden sie nach ihrer Zone gefragt. Zone 1? Zone 1, 2? Zone 1, 2, 3? Es gab ein paar Leute in Zone 1, ein paar mehr in Zone 2 und ganz viele in Zone 3. Manche kamen auch später dazu und durften dann an uns vorbei ziehen. Zone 1, 2, 3?

Wenn am Priority-Eingang nichts los war, wurden die Leute (aus Zone 1, 2, 3) von unserer Seite rüber gerufen, um dann zur Gepäckkontrolle oder in den Flieger geschickt zu werden. Zone 1, 2, 3 wurde recht häufig ausgerufen. Wir waren übrigens Zone 4 und warteten mit ein paar anderen armen Schluckern auf unser Zeichen. Zone 1, 2, 3? Zone 3? Die Glücklichen, die vor uns dran waren, durften auch mit allerlei „Handgepäck“ in den Flieger: Oft sahen wir, wie pro Mann/Frau ein Trolley mit einer nochmals so grossen Tragetasche und zusätzlichem Duty Free Beutel, oder ein Trackingrucksack,  an uns vorbei getragen wurden. Zone 1, 2, 3? Während ich langsam echt Spass dran hatte, diese Willkür und das Durcheinander ohne jegliche Logik zu feiern, wurde mein Freund immer ruhiger. Er war etwas sauer, und konnte sich so gar nicht über das Prozedere amüsieren. Und ich durfte nicht drüber lachen.

Also zog ein Passagier nach dem anderen aus Zone 1, 2, 3 an uns vorbei und musste sich von den Servicemitarbeitern fragen lassen, ob der Rucksack allein gepackt wurde oder ob man im Duty Free shoppen war. Zwischendrin wurden mehrfach noch die Leute ausgerufen, die noch keinen Sitzplatz hatten. Was echt seltsam war, denn die Airline wies uns 24h vor Abflug die doofen Sitzplätze zu… aber nun gut, wenn ich das Boarding so sah, konnte ich mir vorstellen, dass da beim Sitzeverteilen der ein oder andere Kandidat vergessen wurde. Zone 1, 2, 3? Ja, wir glaubten es auch kaum. Es waren wirklich nur noch eine handvoll Leute  vorm Gate und warteten geduldig auf ihre Zone. Ich mit einem amüsierten Grinsen im Gesicht, Lukas mit naja….

Und dann geschah ein Wunder. Nein, Zone 4 wurde nicht ausgerufen, aber die Servicemitarbeiter vom Priority-Eingang winkten uns zu sich. Wir durften also rein. Wir wurden (wie übrigens schon vor der Gepäckabgabe) danach gefragt, ob wir unsere Sachen allein gepackt haben und was wir in den Staaten machen. Ja, und dann, nach ca. 60 min Warten, durften wir in den Flieger. Auf dem Gang zum Gate konnte mein Freund dann wieder erleichtert lachen: Diese Schweinebacken!! Er war dann so froh, dass er voller Aufregung an unseren Sitzplätzen vorbei gelaufen ist. 

Wir haben uns eingerichtet und bekamen dann das Menu für den heutigen Flug, sowie Schlafmasken in die Hand gedrückt. Nach all dem Zirkus am Gate hat das Menu uns wieder etwas versöhnlicher gestimmt.

N ach 8 Stunden und 23 min sind wir in New York gelandet (wie es der Captain angesagt hatte) und haben dann geduldig und übermüdet auf den Weiterflug nach Miami gewartet. Ihr braucht nicht neidisch sein, es hat geregnet und Terminal 2, Gate C sieht aus wie Berlin Tegel…

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