NBA in LA

EnglishMein Freund hatte heute Morgen die Idee, nach Tickets für ein NBA-Spiel der LA Lakers zu schauen und hatte nach etwas suchen Glück bei StubHub (Onlineportal für Tickets aus zweiter Hand). Die Los Angeles Lakers sollten am Abend gegen die Sacramento Kings im Staples Center spielen.

Home of the LA Lakers

Home of the LA Lakers

Nach einem wunderschönen und sehr sonnigen Tag in den Wolkenkratzerschluchten und Protzbauten von Downtown ging’s am späten Nachmittag in Richtung Süden zum Staples Center, wo sich schon diverse Fans vor den Toren einfanden. Um 18 Uhr wurden die Pforten geöffnet und wir wurden mit Lakers Fanklatschstangen (Luftballonstangen, die man wie blöde aneinander haut) und einem Los mit Chance auf 2 Karten im VIP-Bereich versorgt.

Als wir unsere Sitze nach erfolgreicher Suche und Durchfragen gefunden hatten, merkten wir erst mal die tolle Klimaanlage. Draußen waren es sicher um die 30 Grad, drinnen so 15. Gut, unter der Basketballfläche ist ne Eisfläche für die Eishockeymannschaft, aber mein Freund hat sich gleich mal vorsorglich nen Schal gekauft. Und die Klatschstangen aufgepustet. Bis zum Spiel wurden wir mit einer Reportage über „Wie wird man ein Lakers Girl“ unterhalten. Der Spaß ging wirklich 30 min lang, mit 5 Runden Bewerberinnen aussieben…

Staples Center inside

Dann liefen erst die Lakers (gelb) ein, dann die Kings (lila), die haben sich warm gemacht und da konnte man schon sehen, wer der Favorit für den Abend wird. Anhand der Korbtreffer…. und es waren nicht die Lakers. Nachdem die Mannschaften aufgewärmt und vorgestellt wurden, rückte die Big Band an und zu Beginn des Spiels wurde erste mal die Nationalhymne gespielt. Schön mit fetter Flagge auf der Anzeigetafel. Tja und dann ging’s los, unter den Jubelrufen der Fans.

Wer schon mal bei einem amerikanischen Basketballspiel war, kann hier jetzt aufhören zu lesen oder zum Ergebnis runterscrollen. Für alle anderen kommt hier eine kurze Erklärung: Also es werden 4 mal 12 Minuten gespielt. Jede Mannschaft hat 24 Sekunden Zeit, den Ball im gegnerischen Korb zu versenken, dann sind die anderen dran. Also laufen die alle so ca. alle 24 Sekunden hin und her. Das Ganze wird musikalisch mit der Orgel, der Adams Family Melodie oder anderen bekannten Mitklatschliedern unterlegt. Und viele nutzen diese aufgepusteten Klatschstangen. Auch mein Freund. Gut, jetzt denkt ihr vielleicht, dass so ein Spiel schnell vorbei ist: Ja, nee, nix is. Die Trainer können viele Time-Outs nehmen und bei jedem Foul gibt’s Freiwurf. Und es gibt viele Fouls. Und bei Time-Outs und Freiwürfen bleibt die Zeit stehen. Heißt ein Spiel-Viertel geht mal 30 min.

Lakers vs Kings

Free Throw Kings

Lakers vs Kings

Und damit die Time-Out-Pausen nicht zu langweilig werden, gibt’s Unterhaltung in Form von 20 Cheerleadern, den Laker Girls, oder es werden Gewinner ausgelost und über die Riesenanzeige in der Stadionmitte angezeigt. Wir haben immer verloren. Oder es werden Fans im Publikum gezeigt, die erst merken, dass sie gefilmt werden, wenn sie sich auf dem Riesenmonitor sehen und sich dann wie die Verrückten freuen. Wir waren weder unter den Gewinnern noch im Fernsehen.

Bei Freiwürfen verunsichern die Lakers Fans die Gegner, indem sie mit diesen Klatschstangen schnell klatschen. Dass soll die Konzentration der Gegner stören. Brachte aber meistens nicht viel. Gegen Spielende gab’s auch immer mal Buh-Rufe. Manchmal auch gegen die Lakers.

Lakers Girls

In der Halbzeit haben die Amis sich wieder was Tolles einfallen lassen. Einen Basketball-Parkour (drippeln, Korbleger, durch ein Tor werfen, von der Freiwurflinie werfen), durch den 4 auserwählte Jungs nacheinander rennen mussten und dabei so viele Punkte wie möglich machen sollten. Zwei davon waren so gut, dass sie den Parkur zweimal mit der gleichen Punktzahl gemeistert haben. Aber in den Staaten kann es nur einen wahren Sieger geben, deswegen durften die beiden noch mal ran, bis dann einer endlich gewonnen hatte. Und zwar einen Toyota. Das Ganze wurde mit offizieller Übergabe des Riesenschlüssels und den Cheerleadern dokumentiert.

Das zweite Highlight in der Halbzeit war die Kiss-Cam, die ein Paar im Publikum zeigt, das sich dann küssen muss. Das war echt witzig, weil sich einige Paare wohl vorher nicht sicher wahren, ob sie das machen sollten, oder ein Beteiligter hat sich sichtlich geweigert. Trotz mehrfacher Aufforderung, sprich Einblendung in die Kiss-Cam.

In dem letzten Viertel konnte ein armer Auserwählter sich noch vor dem komplette Staples Center blamieren: Mit so einem $100,000-Wurf. Hat der arme Typ natürlich versemmelt. Genauso wie den anderen Wurf von der Freiwurflinie, der ihm einen Gutschein im Bellagio in Vegas eingebracht hätte.

Score

So, zum Spiel: Die Lakers waren echt schlecht, haben Körbe vergeben und nicht richtig verteidigt. Und das sag ich, die eigentlich keine Ahnung davon hat. Aber das hat n Blinder mim Krückstock gesehen. Das einzig gute Viertel war das zweite. Da ham die Jungs sich richtig rein gehangen und gut gepunktet. Aber am Ende haben sie irgendwas mit 97 : 124 oder so verloren. Der Endstand wurde nicht weiter eingeblendet. Kaum war das Spiel aus, wurde sich schnell abgeklatscht, zusammengerottet und zack waren alle wieder verschwunden. Der Kapitän der Sacramento Kings hat noch ein Interview gegeben, aber mehr war dann da auch nicht mehr los.

Alles in allem war es echt super, so was mal zu erleben, aber ich glaube, wenn die Lakers besser gewesen wären, hätte es noch mehr Spaß gemacht. Wir saßen am Ende auch nur noch kopfschüttelnd da und haben mit den Amis „Aaaaaaaarrhhh“ gemacht, als die Jungs mal wieder einen Korb verhauen haben. Ob ich noch mal gehen würde: Na klar! Aber Fußball find ich irgendwie noch spannender…

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