Ein Tag am Strand

Also wenn man schon in der Stadt der Engel ist, dann musst man sich auch mal den Strand da ansehen. Das haben wir uns auch gedacht und wir sind schön ne Stunde mit dem Bus nach Santa Monica gefahren. Kaum ausgestiegen, waren wir von Touristen umringt, aber vor uns lag der Pazifik, im strahlenden Sonnenschein mit hellgelben Sandstrand, kleinen Häuschen, den Türmen der Rettungsschwimmer und natürlich dem berühmt berüchtigten Santa Monica Pier. Oberhalb des Strandes, am Ocean Drive tümmelt sich ein Hotel nach dem anderen, dazwischen diverse Restaurants. In den Seitenstraßen und Blocks dahinter gibt’s noch Shops und Cafés und weitere Läden.

Santa Monica

Santa Monica

Aber uns interessierte eher die Strandseite. Erst mal sind wir über den Pier gelaufen. Hier sammeln sich Touristen und Touri-Läden neben Straßenmusikern (die auch was können), Künstlern, kleinen und großen Imbissen, Restaurants und natürlich dem Jahrmarkt mit Riesenrad und Achterbahn und einer riesigen Arcade (Spielhölle).

Entlang der Strände läuft auch noch eine geteerte Promenade in beiden Richtungen nach Norden und Süden, an der sich auf der einen Seite kleine bunte Läden mit Imbissen, Cafés und Kneipen und Strandshops mit oder ohne Fahrrad- und Inlinerverleih (manche hatte ihren eigenen Laden) und auf der anderen Seite teils Grünanlagen mit Palmen oder am Strand Volleyballfelder und Toiletten (alle paar hundert Meter kommt eine).

Wir sind die drei Kilometer bis nach Venice Beach an der Promenade entlang gelaufen, wurden von vielen Fahrradfahrern und Skatern auf ihren eigenen Wegen überholt. Darunter waren auch Hunde, die bei Herren zwischen den Beinen auf dem Skateboard saßen, das mit einem Elektromotor angetrieben wurde.

Kaum sind wir am Venice Beach angekommen, mutierte die Promenade zu einer Art Flohmarkt mit allem, was man sich vorstellen kann: Viele Künstler stellen auf der Strandseite ihre Werke zum Verkauf, gegenüber in den alten, bunten oder mit Wandgraffitis vollgesprayten Häusern gibt’s kleine versiffte Imbisse und Shops mit jeglichem Strandkrempel, den man sich vorstellen kann, genau wie Schmuck, Hüte und ganz wichtig Gras. Die so genannten „Weed“-Doctors in giftgrünen Anzügen machen ordentlich Werbung für ihre „Apotheke“. Zwischen den zahlreichen Touristen fahren Fahrradfahrer, Straßentänzer zeigen Akrobatik vom Feinsten, Skater üben Tricks in einem bunt gesprayten Skatepark, Hobbybasketballer liefern sich eisern ein Spiel in der Sonne, während einige Muscle Men ihren Bizeps im Open Air Gym trainieren. Kurz: Hier steppt der Bär.

Venice Beach

Venice Beach

Mich hat vor allem die Freak Show fasziniert: Eine Ausstellung von Menschen mit Gendefekten. Da saß eine grell grün rosa geschminkte Frau mit Bart in einem hellgrün-rosa Kleid aus dem 19. Jahrhundert unter einem Sonnenschirm, daneben saß ein Kleinwüchsiger und ein Wolfsmann in Hosen und Westen aus der Jahrhundertwende um 1900. Auf der Promenade rief ein Schausteller die Show aus. Und ich dachte, die Freak Shows sind den 1950er Jahren ausgestorben.

Am südlichen Ende der Venice Promenade fangen die Protzhäuschen mit riesigen Fensterfronten zum Meer an. Echt schicke Buden. Wir sind dann zum Strand runter gelaufen und ich hab mal gleich meine Füße in den Ozean gesteckt. War kalt, aber super! Wir sind dann wieder zurück gelaufen und haben uns ein kleines Fleckchen zum Ozeangucken gesucht. Gut, ich hab auf’s Meer geguckt und mein Freund hat sich noch mal Skater angeschaut.

Pacific Ocean

Pacific Ocean

Am Strand haben die ersten Surfer ein paar Wellen mitgenommen, viele mutige waren auch schon im Wasser (sogar im Bikini), die Rettungsschwimmer saßen auf ihren Posten auf den Türmen, einige patrouillierten mit ihren roten Bojen am Wasser entlang, die Seemöwen segelten tief über die Köpfe der Sonnenanbeter an den bunten Drachen vorbei, die blauen Wellen glitzerten in der Sonne und brachen weiß schäumend am Strand, Kinder bauten Strandburgen noch und nöcher und feuerten ihre Eltern zur Mithilfe an und viele Jogger waren unterwegs. Alles in allem war’s super!

Noch ein wichtiger Tipp: Auch wenn an den Stränden eine kühle Brise weht, vergesst nicht, euch einzucremen. Ich Nuss hab’s unterschätzt und laufe grad als Ampel rum (keine Angst, das wird noch braun… ). Am besten nehmt ihr noch ne Art Sonnenhut mit, das hilft auch noch gegen die rötliche Bräune.

Was auch super ist: Wenn man von Venice nach Santa Monica am Strand zurück läuft und dem Pier immer näher kommt. Der Jahrmarkt wirkt einfach fantastisch und auch irgendwie surreal.

Santa Monica Pier

Santa Monica Pier

Der Tag am Strand hat sich trotz des Fußmarsches – oder gerade deswegen! – und der hitzigen Sonne auf jeden Fall gelohnt. Ich hätte noch länger bleiben können, aber wir haben ja noch andere Pläne.

Advertisements

3 Antworten zu “Ein Tag am Strand

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s