Museen in New York

New York ist nicht nur eine echt klasse hammer mega supergeile Stadt, mit vielen Hochhäusern, deren Feuertreppen außen angebracht sind, mit wunderschönen Stadtparks, neben dem riesigen Central Park, mit Kirchen, die zwischen den Wolkenkratzern wie seltsame Bauten aus einer anderen Welt wirken, mit süßen, alternativen Straßencafés, die leckere Red Velvet Muffins anbieten, mit Spatzen, die einem fast das Würstchen vom Hot Dog mopsen und mit einer frischen Brise am Hafen, der auch einen ordentlichen Wellengang hat.

Zudem hat New York auch jede Menge Museen zu bieten. Museen, in denen man mehrere Stunden bis mehrere Tage verbringen kann. Ehrlich gesagt, glaube ich, das in der Stadt die Kunst von halb Europa hängt, vor allem Picasso. Ey, ich hab selten so viel von dem Herrn auf einem Flecken Erde gesehen, noch nich mal in Madrid. Aber auch zur Geschichte hat New York viel zu bieten, sei es Evolution oder Amerikanische Geschichte.

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Für alle, die sich mal gern in den New Yorker Museen verlaufen wollen, gibt es hier einen groben Überblick:

Metropolitan Museum of Art (Met)
MoMA
Guggenheim
American Museum of Natural History (AMNH)
Empire State Building
Liberty und Ellis Island
9/11 Memorial

Metropolitan Museum of Art (kurz: Met)

Met 1Das Museum an der Fifth Avenue, East 82nd Street ist wirklich die größte Kunstsammlung, in der ich je war. Das Teil ist wirklich riesig riesig! Hier sollen an die zwei Millionen Werke ausgestellt sein. Das fängt bei ägyptischer Kunst an, geht bei römischen Skulpturen weiter, über mittelalterliche Kunst und Waffen, hin zu europäischer Kunst vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne. Dann gibt’s auch amerikanische Kunst ab den Puritanern im 16. Und 17. Jahrhundert bis hin zur Moderne. Falls euch das alles immer noch zu wenig ist, gibt es noch Kunst aus Südamerika, Mexiko, Asien und Afrika. Das alles schön auf zwei riesigen Etagen verteilt, einzelnen verzweigten Etagen und einem Kellergeschoss, wo es noch eine Kostümausstellung gibt. Dazu gibt es noch wechselnde Ausstellungen wie bei uns das mit der Fotografie. Leider haben wir uns etwas mehr erhofft, aber gut. Der Rest war ziemlich überwältigend. Wer Degas, Monet, Hopper und Van Gogh mag, wird hier gut bedient sein.

Also nehmt ich für das Met einen Tag Zeit, wenn ihr nicht alles sehen wollt, dann mindestens einen halben Tag.

Ein Tipp von unserer Vermieterin war noch die Dachterrasse des Cafés, von der man einen wunderschönen Blick auf die Stadt hat.

Eintritt: $25
Audio Guide: $7
Am Freitag- und Samstagabend hat das Museum bis 21 Uhr auf.
WLAN im Museum, falls man sich verloren hat…

Museum of Modern Art (MoMA)

Blick aus MoMAIn der 53th Street kommen die Freunde von Moderner Kunst auf ihre Kosten. Hier gibt es neben zahlreichen Sonderausstellungen (wie Architektur, Afro-Amerikanischer Kunst, Björk bei uns im Mai) zahlreiche Gemälde und Skulpturen vornehmlich aus Europa und den USA von den 1850ern bis heute. Darunter findet man sogar einen Max Ernst, ein paar Gerhard Richter, einige Picassos und Monets. Hier gibt es auch eine Andy-Warhol-Ausstellung mit den berühmten Marilyn-Monroe-Drucken. Begeistert hat mich auch die Musikausstellung zur Entwicklung von Musikgeräten und Tonträgern. Die sechs Etagen schafft man gut in einem halben Tag, wenn man sich alles anschauen will. Wir waren in 2,5 Stunden durch, aber auch weil wir ein paar Sachen eher beiläufig besichtigt haben. Wer noch eine Pause braucht, kann sich im gemütlichen begrünten Innenhof bei einer Tasse Kaffee ausruhen, zwischen Skulpturen, einem angelegten Teich und Metro-Laternen im Jugendstil, mit Blick auf die Hochhäuser um das MoMA. Ein Tipp: Die Souvenirläden im Museum und gegenüber!

Eintritt: $25, freitags ab 16 Uhr kostenlos, aber da ist die Hölle los
Audio Guide: kostenlos gegen ID, es gibt aber auch eine Führung über die Website, die man auf dem Handy laden kann, allerdings nur in dem Museum
WLAN im Museum, falls man sich sucht…

Guggenheim

Guggenheim von außenDas Guggenheim Museum auf der Fifth Avenue, Höhe 88th Street ist wohl das kleinste Museum der Kunstmuseen, die wir besichtigt haben. Es gibt auf der 86th Street die Neue Galerie mit Werken deutscher und österreichischer Künstler, die ist noch etwas kleiner. Aber jut, wir kennen ja ein paar deutschsprachige Künstler… Egal. Das Guggenheim hat ständig wechselnde Ausstellungen. Die einzige Dauerausstellung besteht aus 25 Werken des Impressionismus bis zum Expressionismus, also um 1900 ± 20 Jahre. Hier hängt ein Picasso, viel Gaugin und etwas Manet. Nur in der Dauerausstellung erzählt der Audio Guide euch was zu den Werken. Wir hatten leider das Pech, dass gerade das Rondell und die 7. Etage umgestalten wurden, heißt, über die Hälfte des Museums war für uns nicht zugänglich. Die restlichen Ausstellungen waren für uns teils nicht schlüssig: Es waren unter anderem Bilder und Pappmachémasken von Grundschülern ausgestellt… Jap. Daher fragt an der Kasse nach, was grad so im Guggenheim abgeht, bevor ihr Eintritt zahlt.

Eintritt: $22 (günstiger, wenn umgebaut wird), hat Donnerstags geschlossen
Audio Guide: kostenlos gegen ID
WLAN im Museum, aber man geht nicht wirklich verloren
Fotos sind nur im Foyer, nicht in der Ausstellung erlaubt.

American Museum of Natural History (AMNH)

American Museum of Natural HistoryEtwas südlich der West 81st Street an der Sixth Avenue liegt ein ebenso prunkvoller klassizistischer Bau(klotz) wie der des Met. Nur steht eine Reiterstatue von Theodore Roosevelt davor. Der gilt als einer der frühen Entdecker, Natur- und Völkerkundler Amerikas und der Welt, und dem das Museum gewidmet ist. Schon in der riesigen Eingangshalle mit aufwendig verzierter Decke und zwei großen Dino-Skeletten könnt ihr in etwa ahnen, was auf euch zukommt: viel, sehr viel! In dem Museum wird alles erklärt, was mit unserem Planeten Erde zu tun hat vom Urknall über die Gesteine und Kristalle der Erde, Entwicklung des Menschen und zig Kulturen, zig Dinosaurierskelette in allen Größen und Formen, allerlei über Flora und Fauna im Wasser und an Land auf der Welt, auch in allen Größen und Formen, von der Mücke bis zum Blauwal. Es werden komplette Szenerien mit riesigen Tieren nachgebaut. Dazu gibt es noch die Möglichkeit, gegen einen Aufpreis einen Film in einem der beiden Kinos zu gucken oder das Schmetterlingshaus (Oktober bis Mai) zu besuchen. Dazu gibt es Sonderausstellungen. Ihr merkt schon, es ist viel, was man sich auf vier verwinkelten, riesigen Etagen anschauen kann. Am besten plant ihr einen ganzen Tag ein, damit ihr euch nicht durchstressen müsst. Wer Hunger kriegt, kann sich in mehreren Cafés stärken. Jaja, die Amis wollen nicht, dass man das AMNH wieder verlässt.

Eintritt: ab $22 aufwärts ($27 mit einem Film oder Show)
Audio Guide: kostenlos über App
WLAN im Museum, braucht ihr zum Kommunizieren

 Empire State Building

ESB 1Junge, Junge, was ein Koloss, das Teil. Wenn man direkt davor steht in der 34th Street, wirkt es nicht ganz so riesig, aber sobald ihr ins Foyer kommt, verschlägt es euch die Sprache: Mamor, Gold, Prunk. Bäm! Und das geht weiter, bis ihr mit einem Audio Guide ausgestattet in den 80. Stock gefahren werdet, in 70 Sekunden. Wusch! Dort erfahrt ihr in einer sehr übersichtlichen und informativen Ausstellung (nur eine Etage) alles über die Entstehung und den Bau des Wolkenkratzers, der 40 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt war und selbst jetzt nach dem World Trade Center mit 443m das zweithöchste Gebäude der Stadt ist. Und das Krasse: Die haben das nur in 11 Monaten erbaut, ohne Kran. Von 1930 bis 1931. Und die waren noch 1 Monat vorm Zeitplan fertig. In der kleinen Ausstellung erfahrt ihr, wie die Eisenträger verschmolzen wurden, wo sich die Imbissstände befanden, wie die Materialen rangeschafft wurden, wer die Drahtzieher und Arbeiter waren. Und King Kong ist auch da. Das Highlight ist aber der 86. Stock mit einem atemberaubenden Blick über New York! Wer vorher noch nicht baff war, ist es spätestens jetzt. Das Empire State Building gehört auf jeden Fall zu jedem New York Besuch dazu!

Achtung: Abends ist mehr los als tagsüber, am besten ab halb 10 hochfahren, da sind die meisten Touris weg. Wer’s ganz romantisch einsam will, kann auch ganz spät bis zwei Uhr morgens hochfahren.

Eintritt: $32 (mit dem City Pass habt ihr am gleichen Tag noch einen zweiten Eintritt für den Abend inklusive!!)
Audio Guide: kostenlos ohne ID
Kein WLAN (braucht man auch nicht…)

Liberty und Ellis Island

LI 1Zwischen 1893 und 1954 waren die Freiheitsstatue und die Türme von der Einwanderungsbehörde für viele Menschen das Zeichen für einen Neuanfang in der Neuen Welt gewesen. Selbst heute noch spürt man eine magische Anziehungskraft, die einem Respekt einflößt, wenn man die Inseln betritt. Sobald man ankommt, wird man mit einem Audio Guide ausgestattet und erfährt interessante Details zur Freiheitsstatue und dem Prozedere der Immigration. Um die Freiheitsstatue kann man herumlaufen und den Blick auf die Stadt, den Hafen, Jersey und Staten Island genießen. Wer will, kann noch bis zu den Füßen oder der Krone der Lady emporsteigen.

Ellis IslandAuf Ellis Island wird man wieder in einer riesigen Halle empfangen, mit mehreren Ausstellungen zur Einwanderungs-geschichte vor 1892 und nach 1954 und dazwischen. Mich hat vor allem die Geschichten vom Audio Guide beeindruckt, weil sehr anschaulich erklärt wird, wie man sich als Einwanderer damals gefühlt hat. Heute kann ja fast jeder von uns Englisch, selbst ein paar Brocken können helfen. Aber viele der damaligen Einwanderer konnten nur ihre eigene Sprache und die meistens in einem Dialekt. Deine ganze Hoffnung und einzige Chance auf ein besseres Leben und Arbeit besteht darin, nach Amerika einzuwandern. Und dann sitzt man inmitten von hunderten von fremden Menschen, die ebenfalls alle ins Land wollen und alle ihre eigene Sprache sprechen. Keiner kann dir sagen, ob du reinkommst. Und dann musst du warten…. Ellis Island wurde für viele Familien zur nervenzerreißenden Geduldsprobe, die ihr ganzes Leben veränderte.

Ihr braucht ohne Besteigung der Freiheitsstatue allein mit der Fährfahrt mindestens vier Stunden. Jap, plant wieder am besten einen Tag für den Besuch ein. Die letzte Fähre geht um 17.15 Uhr von Ellis Island.

Eintritt: $18 (+$3 für den Aufstieg in die Krone)
Audio Guide: kostenlos
Kein WLAN

9/11 Memorial

9/11 Memorial MuseumAuch dieses Museum hat seine eigene Atmosphäre, sobald man die Rolltreppe vorbei an einem verbogenen Strahlträger in die Tiefe fährt. Unter die Brunnen von Ground Zero, die an die Grundrisse der Twin Towers erinnern. Nach einer Einführung kommt man langsam wieder den immer noch surreal unbegreiflichen Geschehnisse Tag des 11. Septembers nähert. Die Halle „In Memoriam“ geht schon ziemlich unter die Haut, aber die eigentliche Ausstellung zum 11. September in drei großen Ausstellungsräumen mit allen erdenklichen Infos, die man dazu sammeln konnte, diese Räume lassen einen den Tag noch mal Revue passieren, oder miterleben. Es gibt nicht nur einen Zeitstrahl mit der Reihenfolge der Ereignisse, sondern auch allerlei Bild- und Filmmaterial, Tonaufnahmen von den Helfern und Opfern, Uniformen, Handys, Habseligkeiten von Opfern, Trümmerteile von den Flugzeugen, Feuerwehr, Krankenwagen… ach, alles erdenkliche, das vom Himmel gefallen ist und zerstört wurde. Wir waren nach 1,5 Stunden erst in der ersten Hälfte des ersten der drei Ausstellungsräume. Im ersten Raum geht es um die Anschläge auf die Twin Towers und das Pentagon. Im zweite Raum geht’s um den bösen Al-Qaida und der dritte Raum beschreibt den Tag und das Leben danach. Ja, auch hier lohnt es sich, mindestens drei Stunden für den Besuch einzuplanen, aber besser mehr. Man verlässt das 9/11 Memorial mit einem mulmigen Bauchgefühl. Selbst an den Brunnen, an denen der 3000 Opfer gedacht wird, herrscht eine respektvolle Ruhe. Und es gibt nirgends Mülleimer und einen Haufen Polizisten.

Eintritt: $25
Audio Guide: gibt es nicht
WLAN gibt es nicht, genauso wenig wie Funkempfang…

Wie ihr also merkt, sollte man sich vielleicht Museumstage einrichten, am besten nur ein Museum pro Tag besichtigen. Sonst droht ein Info-Überfluss. Der kommt sowieso, auch bei einem Museumsbesuch, aber dann wäre es schade um’s Geld, wenn man vom zweiten Museum gar nichts mehr mitkriegt.

Noch ein wertvoller Tipp: In den meisten Museen kann man ohne Blitz alles fotografieren, was einem lieb ist. Wenn nicht ein „Fotografieren verboten“-Schild da hängt. Aber die meisten Werke der großen Meister kann man privat für sich ablichten. Was megasupderduper ist!

New York hat echt eine vielseitige und großartige Museumswelt, die sich echt sehen lassen kann. Deswegen sollte man sich gut überlegen, welches Museum man in seinem New-York-Trip einplanen kann. Denn eins sollte wenigstens dabei sein.

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