Zürich günstig

…. geht das?! Immerhin ist Zürich eine der teuersten Städte der Welt und das merkt man allein, wenn man schon durch einen Supermarkt geht oder an einem Mini-Imbiss ne Wiener im Brötchen (ca. CHF 6) haben will. Aber ja, man kann in Zürich auch günstig erleben. Ich sage extra nicht kostenlos wie in New York oder San Francisco, weil vor allem die Übernachtungs- und Versorgungskosten für jeden Touristen etwas höher sind als in anderen europäischen Großstädten. Aber wer sich Zürich als Destination ausgesucht hat, der weiß ja eigentlich, dass es dort nicht billig wird.

Für alle, die es günstiger mögen, habe ich hier eine kleine Liste Sparmöglichkeiten zusammengestellt, mit denen man Zürich wunderbar erleben kann. Natürlich ist die Liste noch ausbaufähig, aber mit den Tipps kann man auch schon gut was anfangen, glaube ich.

 

Blick von der Bahnhofsbrücke


Unterwegs

Zu Fuß

Wer kostenlos in der Stadt unterwegs sein möchte und zentral seine Unterkunft hat, der kann sich getrost auf seine Füße verlassen, denn in Zürich liegt alles relativ fußläufig. Finde ich zumindest, so dass man leicht an einem Wochenende die bekanntesten Sights abklappern kann.

Mit dem Fahrrad

Für die Sportlichen unter euch oder diejenigen, die in kurzer Zeit viel sehen wollen, gibt es in Zürich Fahrräder zum Ausleihen. Über das Projekt Zürich rollt kann man sich am Hauptbahnhof (HB) Zürich (ganzjährig) oder an anderen Standorten in der Stadt (geöffnet ab den 22. April 2016) gegen Vorlage eines Ausweises und einem Depot (dt. Kaution) von einmalig CHF 20 Fahrräder ausleihen. Das Ganze ist quasi gratis, weil man am Ende des Ausleihs seine Kaution ja wieder bekommt.

Achtung: Es gibt am HB Zürich noch einen zweiten Anbieter. Bei rentabike.ch gibt es ab CHF 37 am Tag ein Fahrrad, das man vom Züricher HB ausleihen kann. Aber günstig ist das jetzt nicht wirklich…

Tagestickets

Wer es doch lieber weniger schwitzig und bequem mag, der kann sich ja ein Tagesticket (in Zone 110 CHF 8,60) kaufen und sich von den Öffis durch Zürich schunkeln lassen.


Übernachten

Irgendwo muss man ja in Zürich auch schlafen, sofern man mehrere Tage in der Stadt verbringt. Das Allergünstigste ist natürlich, wenn man Freunde, Bekannte oder Verwandte in der Stadt hat, die einen gern bei sich übernachten lassen. Aber nicht jeder hat das Glück, jemanden in der teuren Stadt zu kennen, der einen einfach mal so ein Dach über dem Kopf schenkt.

Couchsurfing

Eine andere Alternative dazu ist Couchsurfing. Hier bekommt man bei gastfreundlichen Einheimischen nicht nur einen Schlafplatz auf dem Sofa oder auch Gästebett, sondern auch ein paar nette Insider-Tipps für die Stadt. Die Zürcher wissen sicher, wo man günstig Essen gehen kann oder wo am Wochenende eine gute Party steigt. Wer couchsurfen will, muss sich auf der Website registrieren und bekommt dann erst die Gastgeber an seinem Wunschreiseziel angezeigt.

Hostel

Jugendherbergen

Auch in Jugendherbergen (engl. Hostels) lässt es sich ganz günstig übernachten, sofern man rechtzeitig bucht. Dabei steigen natürlich die Preise, je weniger Betten im Zimmer sind und wenn man sein zimmereigenes Bad hat. Das City Backpackers – Hostel Biber, zum Beispiel, liegt mitten im Niederdorf. Zentraler geht es fast gar nicht mehr, und kostet momentan ab 40 € pro Nacht und Person ohne Frühstück im 6er-Betten-Schlafsaal, inkl. Bettwäsche.

Hotels

Wer es doch lieber privater und gemütlicher will, der kann auch nach günstigen Hotelangeboten Ausschau halten. Hier sollte man sich vielleicht wirklich rechtzeitig (so mindestens 4 Wochen vorher) erkundigen. Ich gucke immer gern bei booking.com, weil man hier im Voraus meistens ohne Anzahlung günstig Hotelzimmer reservieren kann. Im Vergleich zu den Jugendherbergen liegt das günstigste Hotelangebot in der Züricher Altstadt ab 45 € pro Person und Nacht inkl. Frühstück. Nur die Bewertungen sind halt eher mittelmäßig. Sonst geht es in besseren Hotels ab 60 € pro Nacht und Person los.

Sights rechts der Limmat

Natürlich hat Zürich jede Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten, die kostenlos zu sehen sind. Das fängt nicht nur beim Nieder- und Oberdorf mit seinen bunten Gässchen oder dem Großmünster mit den Chagall-Fenstern an, sondern geht weiter an der Uferpromenade vorbei an der Oper bis zum Zürichhorn, von dessen Ufer aus man die Beine in den Zürichsee baumeln, das Treiben auf und im See beobachten und die Schweizer Alpen genießen kann. Gleich daneben ist der chinesische Garten und dahinter locken die stattlichen Villen der Goldküste, einem Viertel, direkt am See, das den ganzen Tag in der Sonne liegt.

ETH

Ebenfalls lohnt sich ein Ausflug zur ETH (Eidgenössischen Technischen Hochschule), die über dem Niederdorf thront. Entweder läuft man die Treppen rauf oder man nutzt die kleine Zahnradbahn, die Polybahn, die ab dem Platz Central den Berg hochzieht. Egal wie, der Ausblick von der Terrasse vorm Haupteingang der ETH lohnt sich auf jeden Fall. Und auch ein Blick in die majestätische Eingangshalle der Hochschule.

Ausblick von der ETH

Sights links der Limmat

Vom Platz Bellevue aus hat man einen sagenhaften Blick auf den Zürichsee und seine Berge, die ihn umranden. Wenn das Wetter klar ist, sieht man sogar die schneebedeckten Alpen. Direkt am See kann man sich auf einer der Bänke mit einem kleinen Picknick einrichten und das wunderbare Treiben der Boote, Touristen, Möwen und Schwäne auf und um den See beobachten. Wer lieber noch weiter bummeln gehen möchte, der kann gleich in der Bahnhofstrasse anfangen, wo sich ein Haute Couture Designer nach dem anderen reiht, dazwischen gibt es noch den ein oder anderen Schmuckladen. Sehenswert sind die kunstvoll (wenig) eingerichteten Schaufenster. Hat man sich dann satt gesehen, kann man direkt am Paradeplatz links in die bunten Altstadtgassen abtauchen und sich am Fraumünster mit seinen großen Chagallfenstern (ja, der war hier auch) vorbei bis zur Limmat oder auch zum Lindenhof treiben lassen. Vom Lindenhof hat man ebenfalls einen idyllisch ruhigen Ausblick auf das Niederdorf auf der anderen Limmatseite. Um sich von dem ganzen Trubel der City, wenn man denn überhaupt von Trubel reden kann, zu erholen, findet man sicher im Botanischen Garten oder auf dem Sihlfriedhof etwas Ruhe. Beide parkähnlichen Anlagen laden zum entspannten Bummeln und Genießen unter alten Bäumen ein. Und wer noch etwas Kultur haben will, kann sich im Völkerkundemuseum im Botanischen Garten schlau machen. Dort ist der Eintritt frei.

Sightseeing Tours

Neben dem eigenständigen Erkunden der Stadt gibt es noch – ich nenne es mal – Kompaktangebote, mit denen man mehrere Sehenswürdigkeiten in einer kurzen Zeit abklappern kann.

Flussboote als Ausflug auf den See

Die Flussboote der ZVV fahren in einer Art Kreisverkehr vom Landesmuseum bis zum Zürichhorn und zurück. Eine Strecke dauert ca. 30 Minuten, in denen das Boot auf der Limmat diverse Haltestellen abklappert. Das Coole an dieser Fahrt ist, dass man ganz nah an den schönen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeischippert und sogar einen Teil vom See mitnimmt. Und das alles zum Preis eines Tagestickets (also für Hin- und Rückfahrt). Hat man so ein Tagesticket, kann man dieses Flussboot in gewisser Weise als Hop-on-and-hop-off-Bus nutzen und an verschiedenen Stellen an der Limmat oder am See ein- und aussteigen. Natürlich sind die Haltestellen begrenzt, aber immerhin. Und die Perspektive, die Stadt zu erleben, ist einmalig.

Kostenlose Stadtrundführungen

Wer es doch lieber eine Tour mit etwas mehr Infos zur Stadt haben möchte, der kann an einer kostenlosen Stadtrundführung in verschiedenen Vierteln von Zürich teilnehmen. Es gibt einen Treffpunkt und eine Uhrzeit und dann ist Abmarsch zu einer mindestens 90-minütigen Führung. Wer zu spät kommt, ist selbst Schuld, weil es keine Anmeldung gibt. Die Guides kommen aus Zürich bzw. kennen die Stadt wie ihre Westentasche und erzählen auch mal etwas, das man sonst so nicht erfahren hätte. Allerdings werden die Touren fast ausschließlich in Englisch oder am Wochenende auch in Spanisch angeboten. Es gibt an jedem zweiten Sonntag eine Führung in Deutsch. Aber was ist schon so eine Sprachbarriere. Ist doch nur eine Kleinigkeit, nöch? 😉


Wanderlust

Wenn man schon mal in der Schweiz ist, kann der ein oder andere von euch auch wandern gehen. Zürich ist von wunderschönen Bergen umgeben. Dazu gehören der Uetliberg auf der linken Seeseite oder Züriberg auf der rechten Seeseite. Entweder kann man die selbst besteigen kann. Dann lohnt sich die Aussicht auf den See gleich richtig. Oder aber man wählt die sanfte „Wandervariante“, fährt mit der Bahn hoch und läuft dann wieder runter. Die Aussicht wird dann ja auch nicht minderschön. Egal wie, ein bisschen Wanderlust kommt alle Mal auf.

Blick vom Züri-Berg


Essen & Trinken

Na bei dem ganzen Touriprogramm und Stadtgenießen bekommt man zwischendurch auch mal Hunger und muss sich stärken. Aber wenn man mal an der nächsten Dönerbude vorbeikommt, bleibt einem auch mal die Spucke im Hals stecken: Ein Döner kostet so um die CHF 8 bis CHF 10, n Mäcces-Menü um die CHF 12. Und Kaffee und Kuchen um die CHF 18. Also läppert sich da einiges zusammen, selbst bei einem Wochenendbesuch.

Einkaufen im Supermarkt

Deswegen kann ich euch nur empfehlen, sich sein Picknick im Supermarkt zusammen zu stellen. Da weiß man auch so ungefähr, was auf dem Sandwich drauf ist. Besonders die Eigenmarken der Supermärkte sind nicht wesentlich teurer als bei uns. Und wer gegen (Samstag-)Abend einkauft, kann noch mehr sparen, weil dann die Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum am nächsten Tag abläuft, runtergesetzt werden, so um die 50%.

Trinkwasserbrunnen

An den zahlreichen Trinkwasserbrunnen, die man überall in der Stadt findet, kann man sich kostenlos Wasser zapfen. Die gibt’s an Plätzen, in Parks, Spielplätzen, äh, gefühlt überall. Also Augen auf. Sonst gibt’s günstig Wasser oder Getränke in den Supermärkten oder aber in der Kiosk-Kette. Einfach die Eigenmarke kaufen und dann sind das auch nur CHF 1 bis CHF 1,50.

Für Kaffeegenießer

Leider ist auch der lebensspendende Nektar in der Schweiz nicht ganz so günstig. Die billigsten Alternativen gibt es im Starbucks und beim Mäcces. Bei Mäcces kostet der Kaffee ab knapp CHF 3, bei Starbucks ab ca. CHF 5.


W-Lan

Und wer mal schnell E-Mails, Facebook oder sonst was im Internet checken will, der findet ganz sicher bei Starbucks, Mäcces und auch am HB kostenloses W-Lan. Die Jugendherbergen und Hotels bieten auch W-Lan an, aber da kann es manchmal sein, dass man draufzahlen muss.


Badespaß im Sommer

Wer im Sommer nach Zürich kommt und eine Abkühlung braucht, der kann einfach in den Zürichsee oder die Limmat springen. Ja, echt, auch wenn auf dem See jede Menge Boote unterwegs sind, ist das Wasser dort glasklar. Wie auch in der Limmat.

Baden in der Limmat

Es gibt diverse Badeanstalten entlang der Limmat, die kosten aber Eintritt. Meine kostenlosen Tipps sind der Wipkinger Park an der Hardbrücke, wo man an einer terrassenartigen Treppe seine Beine in den Fluss halten kann. Oder die Werdinsel etwas außerhalb der Stadt, wo es eine Gaststätte und großzügigen Umkleiden gibt. Auf der Insel steigt man in eine Art Flussbecken, lässt sich ein Stück mit der Strömung treiben und steigt dann an einem abgesperrten Ende wieder raus. Da sind auch Bademeister, die notfalls helfen. Aber Achtung: Das Wasser kommt direkt vom Berg und ist arschkalt. Und ich übertreibe nicht. Danach fühlt sich die Dusche an wie Wasser aus dem Babybecken.

Mim Gummiboot die Limmat runter

Wer noch länger das kühle Nass genießen will, kann sich n Gummireifen, n Gummiboot oder ein Kanu oder so was besorgen und mit Freunden die Limmat bis nach Dietlikon treiben lassen. Seine Getränke kann man in einem Beutel am Boot befestigen und im Wasser kühlen lassen. So lässt es sich doch aushalten. Aso, die trockenen Wechselklamotten kann man auch in einen wasserdichten Sack im Boot verstauen. Wenn man genug hat, steigt man an einer Anlegestelle aus und kann man ja mit der Bahn zurückfahren.


Feste und Festivals

Ein weiteres Highlight, die Stadt zu genießen, sind Zürichs Feste. Hier ist ein Überblick über die Feste und Festivals, deren Eintritt frei ist.

Sechseläuten

Ein Traditionsfest zum Frühlingsanfang am dritten Montag im April mit Trachten und Folklore und Umzug und so. Das hat was mit den Zürcher Zünften und Arbeiten zu tun. Wegen der Lichtverhältnisse wurde im Winter nur bis 5 Uhr gearbeitet, im Sommer bis 6 Uhr. Das Fest läutet also die Sommerarbeitszeit ein.

Züri Fäscht

Das ist ein Mega-Volksfest, das alle 3 Jahre stattfindet. Dann verwandelt sich die Innenstadt in einen riesigen Jahrmarkt und zieht Millionen Besucher an. Wer sich das also gern mal anschauen will, sollte rechtzeitig buchen.

Kino am See

Jeden Sommer gibt’s am Züricher See einen Monat lang ein Open Air Kino mit Programmkino und Kinoklassiker. Also schön ein paar Snacks und Drinks kaufen und es sich dann vor der großen Leinwand mit Alpenkulisse gemütlich machen.

Street Parade

Hier kommen alle Electro-Fans auf ihre Kosten. Das ist eine einzige Mega-Party (bestehend aus hunderten von kleinen Partys) in der Innenstadt mit einem Umzug ähnlicher der Love Parade und Tanzbegeisterten in abenteuerlichen Kostümen und Outfits. Über all in der Innenstadt legen zig bekannte DJs auf und bringen die Partywütigen zum Zappeln.


Kunst gucken

Zum Abschluss noch etwas für die Kunstliebhaber unter euch. Zürich bietet mehrere Kunsthäuser mit wirklich schönen Exponaten an. Allerdings kostet das manchmal doch etwas mehr Eintritt. Hier sind die günstigsten Kunstmuseen.

Kunsthalle

In der Kunsthalle am Sihlquai gibt es zeitgenössische Kunst und Diskussionen. Der reguläre Eintritt beträgt CHF 12, aber jeden Donnerstag ab 17 Uhr ist der Eintritt frei. Die Kunsthalle ist NICHT zu verwechseln mit dem Kunsthaus nahe dem Schauspielhaus. Hier geht der Eintritt ab CHF 14 für eine Sonderausstellung mit zwei Dauerausstellungen los.

Museum für Gestaltung

Das Museum gehört zur Zürcher Kunsthochschule und befindet sich im Toni Areal. Der Eintritt kostet CHF 12, aber für alle Ausstellungen, die wirklich groß und informativ sind. Ich habe hier mal eine Ausstellung für „Animierte Wunderwelten“ gesehen, in denen es um jede Art von Animation im Film und PC geht. Dazu gab’s noch eine sehr eindrucksvolle Fotoausstellung von Steve McCurry.

Nana im HB

Wer aber gar keine Zeit für ein ganzes Museum hat, sich aber doch etwas anschauen will, der muss nur in den HB Zürich gehen. Dort hängt in der riesigen Eingangshalle eine Nana als Engel von der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle, deren berühmter Brunnen vorm Pariser Centre Pomidou plätschert.

So, das war’s mit den Tipps für einen günstigen Aufenthalt in Zürich. Ich hoffe, es ist was für euch dabei. Aber Preise hin oder her, die Stadt mit ihrem türkisblauen See, bunten Altstadtgässchen und Alpenpanorama verzaubert jeden.

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5 Gedanken zu “Zürich günstig

      1. Direkt in der Stadt im Globus. Da wir nur 45 min dahin fahren, wäre sicher ein PR günstiger, aber um einiges aufwändiger gewesen. Jetzt seit der Währungsanpassung des CHF haben wir Zürich komplett gemieden. Ich habe glaube ich 4h geparkt. LG

      2. Uih, Schnäppchen… nicht! 😉 Jetzt gibt es wirklich kaum noch günstige Ecken, in denen man parken kann. Dann doch lieber mit Bus & Bahn oder so nach Zürich.

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